peter wiedenmeier – biographie

peter_wiedenmeier_0024_400Peter Wiedenmeier wurde am 4.Februar 1948 in Romanshorn geboren.

Schulen in Richterswil und Zürich.

1966-1990 Bank Vontobel in Zürich.

1967 Initiant und Hauptsponsor des “Funky Butt Clubs” für Jazz und Literatur in Richterswil.

1973 Mitbegründer der Edition Herbzt, zusammen mit Rolf Hörler.

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Gestorben am 20.Januar 2007 in Zürich.

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Hommage an Peter Wiedenmeier zum 20.Januar 2007 von Rolf Hörler

Es begann mit einem wunderbaren Blumenstrauss, den mir meine Schüler am letzten Märztag des Jahres1971 schenkten. Zwei Tage später fuhren Alexa und ich nach Sint Tropez. Aber da war immer noch dieser wunderbare Blumenstrauss, den wir nicht in unserer Wohnung verwelken lassen wollten. Auf der anderen Strassenseite, im Einfamilienhaus genau gegenüber, wohnten Wiedenmeiers. Menschen, für die wir grosse Sympathie par distance empfanden. Es blieb aber bis dahin bei freundnachbarlichen Augenkontakten. An diesem Tag jedoch tat Alexa das Naheliegendste. Bevor wir wegfuhren, trug sie den Blumenstrauss ins Haus gegenüber und schenkte ihn Peters Mutter.

Dieser Blumenstrauss hatte Folgen. Am 19. Mai 1979 begegneten wir Peter zum ersten Mal ganz aus der Nähe, und er gab uns ein erstes Portrait von sich selbst. Es schimmert durch die Worte hindurch, die ich damals in mein Tagebuch geschrieben habe.

“Am Abend haben wir einen denkwürdigen Besuch bei uns auf dem Balkon, nachdem wir süssen israelischen Wein vom Carmel, als Symbol unserer Versöhnung, getrunken haben. Es ist Peter Wiedenmeier, der ‘Urmensch’, der auf einner Börsenbank arbeitet, nebenbei aber auch schreibt, seine ‘Tage wie Sand am Meer’ lebt, das Leben als etwas Wunderbares empfindet, die Ekstasen auslebt und seine eigenen Gedanken und Arbeiten gut findet, ohne dass es ihm von Dritten bestätigt wird.”

Das war der Anfang einer intensiven Zusammenarbeit und Freundschaft.

Peter war ein wunderbarer, vielseitiger, hochbegabter und grosszügiger Mensch, und Nachbar, zugleich ein vortrefflicher Lektor und Illustrator, schliesslich der beste verleger, dem ich in meinem Leben begegnete.

Unserer Zusammenarbeit habe ich vier meiner Gedichtbände zu verdanken. Sie erschienen in der von uns gegründeten Edition Herbzt und waren alle illustriert von Peter Wiedenmeier.

Legendär waren die Veranstaltungen im “Funky Butt”, die von einem Kollektiv zur Förderung des kulturellen Lebens organisiert wurden. Initiator und Hauptsponsor war Peter. er bezahlte auch die Miete für den Keller. An unser damaliges Engagement erhielten wir von der Gemeinde nicht den geringsten Beitrag. Wir waren Leute, denen nicht zu trauen war.

Nicht weniger wichtig waren unsere Zusammenkünfte im Stiegers “Walliserstube” und Kollers “Spanische Weinhalle”, unsere Gespräche und Schachspiele, unsere Arbeit an Texten und die Fernsehübertragungen von Fussballspielen. Wir lasen oft in meinen Tagebüchern und krümmten uns zuweilen vor Lachen über Stellen, die eine unfreiwillige Komik hatten. Und Peter zeichnete, zeichnete. Es gab ungezählte lange Abende und Nächte bei Musik und Wein. Es kam vor, dass ich erst nach Hause kam, als sich schon die ersten Kräne auf den Baustellen drehten und die Hähne längst gekräht hatten.

Zu unserem Kreis gehörten viele, und er zog viele an, Musiker, Archäologen, Filmer,Schriftsteler,Kunstmaler. Ein heute weltberühmter Schmuckgestalter und seine nicht weniger bekannt gewordene Frau, Fotografin und Malerin, waren von Anfang an dabei. Peter und die Familie war für uns Nachbarschaft und unvergessliche Heimat. Wie sein Vater Sepp, auch Ever genannt, die Welt verlassen hat, hat sie auch Peter verlassen, unter Schmerzen, nach langer Krankheit, ohne fremde Hilfe annehmen zu wollen. Das Gedicht “Forever”, das ich zum Tod seines Vaters geschrieben habe, gilt auch für ihn, der viel zu früh von uns gegangen ist, ohne zurückzufinden zu einem Ausgangspunk oder Neubeginn. Ich weiss wenig von seinen letzten Jahren, denke zurück an Peters Barke auf dem Zürichsee und ans sonntägliche Kegeln in der “Bächau” und weiss, dass noch längst nicht alles gesagt ist.

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