Foto by R.Wiedenmeier

Leider wurden und werden in Almaty sehr viele alte russische Einfamilienhäuser abgerissen. Für die Stadtplanung gilt das Argument, dass die Häuschen nicht an der Kanalisation angeschlossen sind. Zumeist stehen aber grosse Immobilienspekulanten dahinter, die ganze Strassenzüge aufkaufen und Bürokomplexe hinstellen wollen. Das Problem ist, dass nach dem Abriss der Häuschen meistens niemand die gewünschte Summe für die Erde bezahlt und so entstanden in den letzten fünf Jahre in Almaty riesige verwahrliste Flächen, wo sich nun hauptsächlich Abfall auftürmt. Das ist schade, denn die kleinen Häuschen mit ihren blauen Fensterläden haben sehr wohl ihren Charme!

Dieser Baustil ist auch derjenige, der das Stadtbild Almatys vor dem rigorosen Plattenbau der 70er und 80er Jahre prägte. Die ersten Siedlungen mit solchen Häuschen entstanden schon um 1900.

Die Abenteuer von Thursday Next packen den Leser und die Leserin auf ganz ungewöhnliche Art und Weise. Vermutlich können die Romane von Jasper FForde der Gattung Fantasy zugeordnet werden, tatsächlich aber sind die Handlungen für dieses Genre total ungewöhnlich. Der vierte Band mit der weiblichen Heldin beeindruckt durch absurde ineinander verwickelte Ereignisse und verblüfft auch nach drei voraus gegangenen Bänden.

Die LitAg Agentin Next muss die Erde von einem Polit Agitator aus der Buchwelt retten. Diese fiktionale Person Kaine hats in sich. Durch ihn und die weltrgrösste Firma Goliath gerät Next mehrfach in Lebensgefahr.

Neben geklonten Skhakespears und Neandertalern muss Next auch mit ihrem zweijährigen Sohn und einem genichteten Vater zurechtkommen. Ein wirklich lohnenswerter Lesestoff.

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Ende 2009 werden oder wurden eine ganze Reihe Grossbauten in Almaty fertiggestellt. Eines der eindrücklichsten Projekte liegt an der Kreuzung Abaja/Auesova. Dieses Gebäude mit einem riesigen Turmbau wird zukünftig den Hauptsitz der Halykbank, der Staatsbank Kasachstans beinhalten.

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Crazy Car ©Rafael Wiedenmeier

Verrückte Fahrzeuge gibt es auch in Kasachstan. Normalerweise begegnen einem auf den grossen Strassen Hummers und grosse Geländewagen. Diesmal aber habe ich ein Fahrzeug mit der Werbebotschaft   „Ofic deda morosa“ – „Das Büro des Weihnachtsmanns“ gesehen. Wenn mann dann die angegebene Webseite (http://dizzy.kz/) anklickt, landet man auf einer Clubseite.

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Im Stadtbezirk Samal 2 gibt es eine Reihe eindrucksvolle Plattenbauten, die schon seit Längerem zu meinen Favoriten gehören. Die Gebäude befinden sich direkt oberhalb des grossen Einkaufzentrums Ramstor.

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Am interessantesten an diesen Gebäudekomplexen finde ich die Balkone in den oberen Etagen an der Seite, wo ansonsten keine Fenster eingebaut sind. Etwas seltsam finde ich die Balkon und Fassadenelemente zwischen den beiden Gebäuden. Wo sich Nachbar und Nachbar hallo sagen können und die Betonaussicht gebiessen müssen.

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Das Alltagsleben in Kasachstan unterscheidet sich in vielen Punkten vom Leben in Zentraleuropa. Ich versuche hier in nächster Zeit einige Erfahrungen der letzten zwei Jahren aufzuschreiben. Das ist manchmal nicht so einfach, denn wer selber noch nie in Kasachstan war, der kann sich die Umgebung in der diese Situationen spielen schlecht vorstellen.

Das Beispiel : Ein Internetabo für eine DSL Leitung beantragen

Für dieses Beispiel brauche ich eine Karte von Almaty, um diesen Administrativen Prozess zu veranschaulichen.

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Meine Wohnung befindet sich an der Muratbaeva Strasse, die rechts neben dem A (Almaty) zu sehen ist. Als Erstes, so wurde mir gesagt, müsse ich bei der nächsten Filiale (1/3) der Kasachtelekom vorbeigehen, die für den Distrikt verantwortlich ist, in dem ich wohne. Dieses Gebäude befindet sich gleich neben dem City Center, einem grossen Supermarkt, der vorwiegend deutsche Produkte im Sortiment hat. Das Gebäude ist ein alter Sowjetbau. Beim Hereinkommen und Frage nach der Stelle, wo man ein Internetabonnement beantragen kann gibt niemand eine klare Auskunft. Drei Angestellte zeigen auf die gleiche Frage in drei unterschiedliche Richtungen.

Nachdem ich einen Schalter ausgemacht habe mit einem Megaline Logo, steuerte ich darauf zu und fragte nach, ob ich hier Internet für zuhause bestellen könne. Die Angestellte gab mir ein Formular, in dem die Festnetznummer und der Name eingetragen werden musste. Daraufhin wies mich die Angestellte an, drei Schalter weiter einen Betrag für die Administrationsgebühr einzuzahlen. Sie sagte, dass in zwei Wochen das Internet freigeschaltet wird.

Nach drei Wochen lief das Internet nicht. Ich ging wieder vorbei, diesmal sagte die Angestellte, dass ich selber zum Hauptsitz (2) der Kasachtelekom fahren müsse und dort den Vertrag unterzeichnen müsse. Ich wurde zu diesem Zeitpunkt schon etwas sauer und fluchte, was das denn für eine Dienstleistung sei.

Über vier Kilometer von meiner Wohnung entfernt musste ich den Vertrag unterzeichnen. Über 100 Franken kostet der Abschluss des Abos und ein Monat DSL Internet.

Nach zwei weiteren Wochen Wartezeit läuft das Internet noch immer. Diesmal habe ich etwa fünf Mal beim Hauptsitz der Kasachtelekom angerufen und ich muss sagen, die Melodie der Telefon-Warteschleife ist sehr angenehm. Die Erklärung warum das Internet nicht läuft war einfach aber wirklich unverschämt. Jetzt musste ein „Spezialist“ zu mir nach Hause kommen, um das Modem und die Verbindung zum Router freizuschalten. Selbstverständlich musste dieser Spezialist wieder bezahlt werden.

Dann endlich lief das Internet und ich konnte im Gedankenbörsen-Blog zum ersten Mal nahc zwei Jahren von zu Hause Artikel per DSL schreiben. Das Glück hielt aber nicht allzu lange an. Denn auf einmal nach drei Wochen wurde die Leitung gekappt. Die Erklärung war, dass ich die Rechnung nicht bezahlt hätte. Diesmal riss mir der Geduldfaden schon in der ersten Minute. Ich stürmte in die Filiale der Kasachtelekom (1/3) und verlangte eine sofortige Erklärung. Ich habe die MitarbeiterInnen lautstark zusammengeschissen, dass dieses Verhalten eine Schikanierung des Kunden sei und ich das nicht so hinnehmen werde. Aber was sollte ich machen, ich wollte ja wieder arbeiten und dafür brauchte ich Internet. Am Schalter wurde mir erklärt, dass nur die Rechnung des Telefons nach Hause geliefert werde, die fürs Internet müsse man direkt bei der Zentrale bezahlen. Dann sagte ich, dass ich das selbstverständlich gleich machen werde.

Das war aber nicht möglich. Man kann, und das ist unvorstellbar die Rechnung beim Dienstleister nicht mal begleichen. Dafür musste ich zur nächsten Bankfiliale (4) mit einer Quittung des geschuldeten Betrags. Nach Begleichen dieser Zahlung lief das Internet dann wieder.

So ist das, wenn man in Kasachstan in den Mühlen der Administration gefangen ist. Warum das so ist ist mir ein Rätsel. Denn diese ganze Schikaniererei müssen alle über sich ergehen lassen. Und niemand scheint daran interessiert zu sein, dieses marode System zu verbessern.

Positiv an der Sache ist natürlich, dass durch diesen unglaublichen administrativen Apparat viele hunderttausend KasachInnen einen Job haben. Nach dem Sinn wird sich da also nebst einem Schweizer, der sich zu Tode nervt nicht so schnell Jemand erkunden.

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Strassenputz auf Kasachisch. Das heisst schnell und ohne Aufwand. Ein Lastwagen mit Zisterne und Druckdüsen überschneidend angebracht. Das ist alles, was nötig ist. Sobald der Tank leer ist fährt der Grusewik (Lastwagen) an eine Wasserstelle. Die sind überall in der Stadt in einer Art Werkhof untergebracht. Ein Rohr plätschert da ununterbrochen. Der Lastwagen muss nur drunter fahren und warten, bis das Wasser überschwappt. Dann geht es zurück um den Staub von der Strasse zu spritzen. Was ganz toll für die Autofahrer ist entpuppt sich aber für einen Touristen oft als kleiner Schock. Denn wenn ein solcher Putzwagen auf einen zurollt sollte man sich schnell vom Gehsteig entfernen oder man riskiert nasse, dreckige Schuhe und Hosen.

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An offiziellen Gebäuden der ehemaligen Sowjetunion finden sich oft wahre Kunstwerke! In Kasachstan besteht diese „Kunst im öffentlichen Raum“ meistens aus Mosaiken und überdimensionalen Eisenplastiken. Die Mosaike sind ebenfalls von riesigen Dimensionen. Dasjenige, welches Sie auf obigem Foto sehen ist mindestens 10 x 3 Meter gross. Viele wurden nach der Perestroika zerstört oder wurden dermassen vernachlässigt, dass eine Restauration sinnlos wäre. Ab und zu sind   aber wieder Bestrebungen im Gang, diese Überreste der Sowjet-Ära zu erhalten.

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Plattenbauten sind das wohl markanteste, was die Sowjetunion in Kasachstan hinterlassen hat. Die meisten Städte bestehen überwiegend aus solchen Betonklötzen. Es gibt sie in verschiedensten Variationen und Grössen. Normalerweise verfügen die Gebäude über drei bis acht Stockwerke. Ab sechs Stockwerken ist meistens ein Lift eingebaut. Ich habe nun meinen Blick etwas auf den Eingang und die Treppenhäuser dieser Wohnsilos konzentriert.

Im Normalfall sind die Eisentüren in einem Türkisfarbton gehalten. Manchmal gibt es aber auch braune und blaue Variationen. Über der Tür ist eine Betonplatte horizontal gelegt, sie soll wohl gegen den Regen schützen. Oft aber möchte man lieber ins Haus gelangen, ohne unter einer solchen Platte durchzumüssen. Denn die Metallfassung rostet fast immer und der Zement bröckelt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mal Jemand eine solche Platte auf den Kopf kriegt.

Die Türen, das scheint auch Sowjetische Einheitsordnung zu sein müssen immer übersät sein mit Dutzenden von Papierfetzen. Da werden Wohnungen gesucht, allerhand Dienstleistungen angeboten. Vom Internetzugang über den Englischkurs bis zu Japanischen Kampfsportarten.

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Um den Eintritt ungebetenen Gästen zu verwehren sind an den Türen Schlösser angebracht mit zehn Metallknöpfen. Und der Bewohner muss einen Code wie 367 eingeben. Tatsächlich sind diese Schlösser häufig unbrauchbar. Im Winter sind Sie meistens eingefroren und wenn man kein Feuerzeug hat, dann kann man Schwierigkeiten bekommen, in die eigene Wohnung zu gelangen. Oft sind die Knöpfe mit dem Code auch so oft benutzt worden, dass Niemand Schwierigkeiten hat, den Code zu erkennen.