Auf dem Weg zur Arbeit ging ich heute wie jeden Tag durch den HB Zürich. Dort habe ich auf der grossen Anzeigetafel und auch auf den Bildschirmen wieder einmal gelesen: “Wegen eines Personenunfalles, kann es zu Verspätungen kommen”. Ein “Personenunfall” ist kein Arbeitsunfall und auch kein Betriebsunfall. Die Formulierung wurde gewählt, um einen Suizid (Selbstmord), zu benennen. Mir ist das schon lange bewusst. Jedes Mal, wenn ich diese Formuliere sehe,läuft es mir dennoch kalt den Rücken runter. Das sind in gewissem Sinne die letzten Ziffern, die Jemand hinterlässt, nach dem Beenden des eigenen Lebens.

Dem BAG (Bundesamt für Gesundheit) zufolge, gibt es in der Schweiz jährlich 1300-1400 Suizide. Das ist auch im internationalen Vergleich eine hohe Zahl.

Auf das Thema bin ich auch nach meinem gestrigen Artikel wieder gestossen, wo ich über die Tatsache geschrieben habe, dass der Bundesrat Armeewaffen weiterhin im Eigenheim zur Aufbewahrung lässt, die Schweiz ist nebst Israel das einzige Land, welches so etwas macht.

Gleichzeitig schreibt das BAG aber in einem PDF, wie man präventiv mit Suiziden umgehen könnte und da ist ein Punkt beschrieben, welcher ein schärferes Waffengesetz verlangt. Und auf einer anderen Grafik des BAG-Berichtes wird in Zahlen ausgedrückt, wieviele Suizide schon mit Waffen verübt wurden, wobei ich nicht behaupten möchte, dass alle verwendeten Waffen aus dem Armeebestand stammten. Grundsätzlich kritisiere ich die Haltung des Bundesrates und verlange von diesem ein schnelles Handeln bezüglich dieses Problemes.

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Hier noch weitere Grafiken aus dem genannten Bericht, einfach die kleinen Bildchen anklicken.

4 Antworten
  1. pax
    pax sagt:

    tja bekannt ist das alles schon sehr lange. nur macht auch beim bund niemand geld für prävention locker, weil die meinen das ist sache der kantone. und die kantone haben dafür kein geld. traurig aber wahr. in der schweiz ist unter jugendlichen der suizid todesursache nummer eins noch vor den strassenverkehrsopfern…

  2. Wortschätzli
    Wortschätzli sagt:

    Ich frage mich gerade, ob sich die Anzahl der euphemistisch ausgedrückten Personenunfälle erhöhen würde, wenn Armeewaffen zuhause verboten würden… Wer sein Leben beenden will, der findet immer einen Weg. Nur bezieht er bei einem Personenunfall auch noch einen Zug-Chauffeur mit ein, der sein restliches Leben damit klarkommen muss, dass er einen Menschen getötet hat…

  3. rafaelw
    rafaelw sagt:

    Danke für den Kommentar, Wortschätzli und das Wort “euphemistisch” habe ich schon lange nicht mehr gehört, es gefällt mir aber. Zum Thema, ich weiss nicht, ob mehr Menschen unter den Zug springen würden. Mein Problem ist, dass es heute schon zuviele Tun. Ich habe bei der Arbeit viel mit diesem Thema zu tun und jeder Suizid ist für mich etwas Schlimmes. Vielleicht muss ich die Diskussion in einem Anderen Zusammenhang lancieren. Damit meine ich mehr den gesellschaftlichen Aspekt.

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