Bei der Disziplin hört es sich nach einer sportlichen Betätigung an. Tatsächlich wären die Kasachen darin vermutlich auch Olympiasieger. Das Spucken ist etwas, was in Kasachstan zur Tagesordnung gehört. Ich habe Zeit gehabt, mir im letzten Jahr verschiedene Thesen zurechtzulegen, was Ursache und Zweck dieser Handlung sein könnte. Es ist keine religiöse Handlung, dessen bin ich mir sicher. Eine rituelle hingegen ist es fast bestimmt. Das Spucken reicht durch die ganze Alterspyramide, welche etwas kleiner ausfällt als die europäische. Auch ein Grossväterchen spuckt gerne mal auf die Strasse und er möchte damit nicht eine Empörung gegenüber einem Mitgrossvater kundtun, oder sich verächtlich, wortlos gegen einen Vorgesetzten sträuben. Es ist vielmehr etwas Antrainiertes. Völlig automatisch und fast geräuschlos wird auf den Weg vor einem gespuckt. Auffällig ist das Symptom bei Gruppen von jungen Männern. Sie spucken derart regelmässig, während sie auf dem Gehsteig entlang schlendern, dass hinter ihnen eine weiss gepunktete Spur zurückbleibt.

Das Phänomen habe ich noch nie bei einer Frau gesehen. Es kann also, um wieder auf meine Thesen zurückzukommen nichts mit der Mundhygiene zu tun haben, oder genetisch vererbt sein.

Falls mir das Phänomen niemand erklären kann werde ich weiter beobachten und mir neue Erklärungsmodelle suchen.

Für die Skizze habe ich mir wenig Zeit genommen, dafür kommt zum ersten Mal eine Erklärung als Hintergrundinformation zur Skizze zum Tag Nr.26:

Der Öffentliche Verkehr in Almaty bietet immer wieder Eindrückliches. So zum Beispiel das Busfahren. Bei der Haltestelle, wo der Fahrgast einstieg steht immer jemand. Sobald ein Bus angerast kommt und das ist meistens der Fall jagen alle Wartenden auf die Türen zu. Es wird generell nicht gewartet, bis die Aussteigewilligen ausgestiegen sind. Entweder wird gleich heringedrängelt, oder es wird ein Menschenwall gebildet, dass ja niemand aussteigen kann. Das vermutlich nicht mit Absicht. Der Gedanke dahinter mag der sein, so schnell wie möglich in den Bus. Denn sobald der letzte Fuss das Trittbrett erreicht hat fährt dieser schnell wieder los. Es wird auch nicht gewartet, bis ältere Leute einen Sitzplatz ergattert haben. Diese halten sich meist zu spät an den Eisenstangen fest und werden in die stehenden Passagiere geschleudert.

Während der Fahrt ist es wichtig, dass der Chauffeur möglichst nahe an die vor sich stehende Stossstange aufrückt. Dies immer mit Bremsen, Bremse loslassen. So dass die Passagiere vor und zurückgeworfen werden. Es gibt nur in zwei Buslinien Tickets. Bei Trolleybussen gibt es lustige Ticketautomaten, wo man seine 50 Tenge Geldstück hineinwerfen kann. Ansonsten fährt bei jedem Bus ein Geldeintreiber mit. Der peinlichst darauf achten, dass auch ja alle bezahlen. Schüler haben Rabatt, Pensionäre auch und Kriegsveteranen fahren sogar gratis. Das alles wir aber auch immer geprüft. Vor allem ob Jemand Pensionär ist oder nicht scheint den Kontrolleuren sehr wichtig zu sein.

Zum Businnern noch ein Wort. Meistens sind es Daewoo aus Korea, billig und die Busse hergestellt 2006 sehen älter aus, als die Sowjetischen Busse aus den 70ern. Das Wichtigste in einem Autobus in Almaty ist nicht die Anzahl Sitze, vor allem nicht die Sauberkeit und auch nicht die Bremsen, sondern die Musikanlage. Jeder Chauffeur scheint bei einem imaginären Wettbewerb mitzumachen -wer hat die beste und lauteste Anlage in Almaty. Grosse CD Sammlungen gehören da zum Bild wie Boxen gleich rechts vom Chauffeur. Manchmal richtige Sourround Anlagen mit mehreren Boxen im ganzen Vehikel deponiert.

Das Menschengedränge wird immer grösser, der Lärm immer lauter und endlich mischt sich auch der Geruch dazu. Ein wundervolles Gemisch aus Fussschweiss, gewöhnlichem Schweriss, Biergeruch und natürlich Zigarettenrauch. Denn es gibt garantiert keinen Buschauffeur, der nicht raucht (während des Fahrens). Neben diesen Gerüchen gesellen sich bei jungen Frauen total überdosierte Parfumwolken dazu. Die Wolken sind ab und zu so intensiv, dass man das Gefühl hat, die Lungen werden verätzt.

Gewünschte Haltestelle erreicht. Geld an Kassierer abgegeben und fluchtartig den Bus verlassen.

“Jesli b ja bil sultan” – “Wenn ich ein Sultan wäre…” so die Übersetzung ist ein Lied aus dem Film “kawkaskaja plenniza”. Ich bin mir nicht ganz sicher ob Alexander Sazepin das Lied selber gesungen hat, oder ob er nur im Film mitgespielt hat. Auf jeden Fall gefällt mir das Lied. Hier kann man es anhören. Dazu einfach auf den Play Button unten klicken.

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Vermutlich eine Art Krankenhaus gewesen. Gesehen an der Tole Bi Strasse. Schön sind die runden Anbauten auf die Strasse hinaus.

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In Kasachstan schliessen die Kioske über Nacht selten, wenn dann höchstes für 2-3 Stunden. Mein nächstgelegener Kiosk an der Bushaltestelle wird geführt von jeweils zwei Studentinnen, die vom Süden herkommen, um sich Geld zu verdienen, welches sie dann anschliessend fürs Studium brauchen. Die Studentinnen Pärchen wechseln alle paar Wochen. Am Aben, nach zehn Uhr herrscht immer reger Betrieb im 4×3 Meter grossen Kiosk. Die Kunden wollen hauptsächlich Bier, viel Bier. Darum ist am frühen Morgen meistens nur noch eine oder zwei Biersorten im Kühlschrank. In Kasachstan gibt es vermutlich keine Regeln für Abendverkauf und Öffnungszeiten. Mir ist das so sehr sympatisch. Wenn meine Internetkarte oder Tel.Karte leer ist, kann ich auch noch morgens um zwei raus und mir eine neue holen. Auch Brot, Eier und Süssigkeiten gibts im Kiosk. Also eigentlich gibts alles wichtige da. Auch immer ein Kurzgespräch. Es freut die Verkäuerinnen, wenn ein Ausländer wie ich einer bin “Rachmjet” – also Danke und anschliessend “Saubol” – Tschüss sagt. Das Foto zeigt unseren letzten nächltichen Einkauf, Morgens um zwei.

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Ebenfalls beim Suchen nach C64 Sound gefunden : Tobiah mit dem Track Catwalk. Hier kann man sich den Titel anhören, dazu bloss auf den Play   Button klicken.

Quellenangaben: Das Coverfoto stammt von lastfm.de

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Links zum Thema:

Von meiner Temporärwohnung am Fusse des Koktebe gestern Abend aufgenommen. Mit einem Zoomobjektiv 55-200mm.

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Wie Almaty jetzt aussieht kann man fast täglich bei meinen Blog Artikeln erkennen. Die Sowjetischen Postkarten Packungen (die ich in Antiquariaten, am Basar oder in Abrisshäusern finde) sind für mich immer wieder sehr interessant anzuschauen. Ich suche dann die Unterschiede, welche entstanden sind in den letzten 10,20 oder 30 Jahren. Im folgenden Postkartenset sieht man wie Almaty um 1980 ausgesehen hat. Das Hotel Kasachstan (letztes Foto) wurde in diesem Jahr fertig gestellt, auf dem zweitletzen Foto sieht man die alte Stadtverwaltung noch mit roter Fahne, und eine leere Strasse. Zweites wäre heute nicht mehr vorstellbar. Die Fotos mit dem kleinen See und den Pedalofahrern wären auch nicht mehr so hinzukriegen. Alles verrostet und der Teich am Rande übervoll mit Abfall.

Viel Vergnügen mit Almaty anno 1980!

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Wieder war kein Bus nach Chimbulak zu finden. Erneut mussten wir einen Taxifahrer damit quälen, bis in den Skiort hinaufzufahren. Oben angekommen gabs eine Überraschung, unser kasachischer Kollege von der Kasmys hat Leute aus dem Freundeskreis eingeladen. Das Mädchen verfügte statt eines Rucksacks über ein hübsches Handtäschchen, der Rest sah nicht gerade bergtauglich aus. Doch da muss ich anmerken haben mich KasachInnen schon schön überrascht. Die sind ziemlich zäh! Der erste Sessellift befindet sich in Reperatur, so mussten wir bis zum Zweiten hochlaufn. Die Gruppe mit der Handtäschchen Kasachin gab nach 500Metern Auf. Wir konnten mit der zweiten Seilbahn rauffahren, dann begann die eigentliche Tour. An der Gletschermoräne entlang über Steinfelder, schliesslich auf den Gletscher. Das war dann schon ein Erlebnis. Zum ersten Mal bin ich einen Gletscher komplett bis zum Ursprung hochgewandert. Etwa drei Kilometer lang ist dieser. Schöne Fels-Eisformationen haben uns begleitet und das Wetter spielte mit. Langsam müde erreichten wir den Gipfel gegen 16 Uhr. So blieben uns nur zehn Minuten und wir mussten rasch ins Tal zurück. Zum Glück arbeitet unser Bergführer Ilijtsch im Winter als Skilehrer. So hat er gute Connections zu den Seilbahnbetreibern. Gegen acht Abends konnten wir schon ziemlich erschöpft durch die Dämmerung zum Wintersportort herunterfahren.

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Mit der ersten Videokamera, die ich ausgeliehen habe machte ich mit ca 16 Jahren vor allem Aufnahmen in der Natur des Glarnerlandes in der Schweiz. Dabei zog ich durch die Wälder und versuchte Tiere vor die Linse zu kriegen. Einmal gelang es mir dann im Winter Gemsen zu filmen, dies ist neben einem eingefrorenen Wasserfall auf folgendem Kurzfilm zu sehen.

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