Über einen Kollegen habe ich erfahren, dass er noch eine grosse Leninbüste bei sich aufewahrt. Ich habe ihn gebeten, mir diese zu überlassen. Anfang Mai kam der Kollege; – an eben diesem Tag ging der Lift in meiner Plattenausiedlung zum ertsen Mal   seit ich hier wohne nicht. Das hiess zu viert den Lenin (über 80 kg) ins 8. Stockwerk zu tragen. Hier folgt diese Absurd – Action als Videodokument :

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Ist schon etwas älter, das Videomaterial stammt noch vom 09.05.2008, dem Dijn Pobedi, dem Siegestag über den Faschismus. Nach der Zeremonie mit den Veteranen gabs in der Stadt mehrere Bühnen mit Konzerten. Da habe ich diesen Knaben gefilmt…

Links zum Thema:

Gestern bin ich seit langem wieder einmal in die Berge gewandert. Sie unterscheiden sich nicht gross von den Schweizerbergen. Gleich am Stadtrand von Almaty kann man mit dem Bus Nr.5 zum Observatorium fahren, von da beginnt ein Wanderweg, zuerst durch Birken und Fichtenwälder auf ca. 2000 MüM. Anschliessend lichtet sich der Wald und die Berge werden sichtbar.

Die Blumenvielfalt ist unglaublich. Nicht mit derjenigen in der Schweiz zu vergleichen. Es blüht lila, gelb, weiss… Immer im Rücken Almaty. Wenn man sich umdreht sieht man über die ganze Stadt bis weit in die Steppe hinein. Ein sensationelles Panorama.

Der Weg wird nun immer steiler, die Baumgrenze ist erreicht. Die ersten Enziane sind zu sehen, bald ist die Wiese blau von Enzianen. Und wenige hundert Meter weiter sah ich das erste Edelweiss. Ich dachte mir, wie ich es aus der schweizerischen Bergwelt kenne, an exponierten Lagen vielleicht eine Handvoll Edelweiss. Nein, es sind abertausende. Die ganze Wiese ist weiss von Edelweissen.

Die Blume hat bei der Urbevölkerung Kasachstans eine wichtige Bedeutung in Märchen und Sagen. Auch auf Russisch heisst die Blume Edelweiss. Ich habe dann einen Pik bestiegen, dessen Namen ich mir aber nicht merken konnte. Auf 3100 MüM konnte ich dann auf die Riesen des Alatau hinübersehen, in die Gletscherwelt und die Schneebedeckten Gipfel, unter Anderem auch den Pik Kommunistitschki (4400).

Es folgte ein etwas beschwerlicher Abstieg, da ich nicht mehr so trainiert bin. Durch die Wälder zurück, da habe ich wieder viele Fasane und Rebhüner gesehen.

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Innerhalb Almatys gibt es nur einen einzigen nennenswerten See. Obschon auch da das Wort See sehr hoch gegriffen ist. Ein künstlicher Damm staut das Wasser von den Bergen und so gibt es einen See mit einem knappen Kilometer in der Länge. Weil es in der letzten Zeit hier sehr heiss ist bin ich kurzerhand schwimmen gegangen, obschon es eigentlich nicht anzuraten ist, dort schwimmen zu gehen. Es liegt überall Abfall herum und die Wasserqualität ist fragwürdig.

Wie dem auch sei die Gegend rund um den künstlichen Stausee Sairam ist eine einzige Riesenbaustelle. Die Firma Kuat baut eine neue Stadt in der Stadt hin, knapp 30 hundert Meter hohe Türme und alles drum und dran. die erste Gruppe à 6 Hochhäuser ist schon fertig. Die Aussicht von da ist prächtig. Im Sommer den See vor sich und dahinter die Bergketten. Ein Überblick über das ganze grüne Almaty ist auch gegeben.

Auf dem obigen Bild die Baustelle der Hochhäuser, auf dem folgenden Foto dieselben Häuser aufgenommen von der anderen Seite des Sairam Sees.

Rund um den See gibt es noch drei weitere Grossbaustellen. Unten and der Straase eine Überbauung mit etwa fünf sehr grossen und in die Länge gezogenen Betonklötzen. Oben am See eine Überbauung ebenfalls von Kuat, mit verschnörkelten “Neo-Renaissance” – Gebäuden.

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Vorgestern habe ich einen Einblick in das Leben in der Sowjetunion erhalten. Eine Gruppe Junger Menschen auf einem Ausflug in die Berge. Kein grosser Unterschied ist zu erkennen, zu gleichaltrigen auf historischen Aufnahmen im Westen. Sogar die Hippiekleidung mit den Trompetenhosen ist identisch. Hier ein Ausschnitt aus einer Schulklasse:

Die Fotos stammen vermutlich alle von einer Familie. Der Fundort ist auf der nächsten Abbildung zu sehen. Bei einer Tour durch eine gigantische Neubausiedlung habe ich hinter einer Metalabsperrung zwei noch nicht vollends zerstörte Häuser gesehen. Das habe ich natürlich wie immer dokumentiert. Beim fotografieren hörte ich ein Rascheln hinter mir. Ich drehte mich um und bemerkte, dass das Rascheln aus dem Innern eins der Zimmer kam. ich schaute über das Fensterloch und sah eine Obdachlose inmitten von einem Meer sowjetischer Postkarten. Ich fragte sie, ob ich mich durchwühlen könne. Sie meinte, dass das ok sei – erst zwei Tage schlafe sie hier, fügte sie noch hinzu.

Der Fundort:

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Heute führte der Wochenendspaziergang in die Hügel an der oberen Stadtgrenze Almatys. Zuerst vorbei an der riesigen Villenüberbauung “Edelweiss Residences”, dann weiter den Hügel hinauf, wo man eine prächtige Panoramasicht über Almaty hat. Neben den Edelweissvillen hat es ganze Felder Marihuana Stauden , durch die man auf Almaty sieht.

Nach dem Picknick bei einem verlassenen Haus, wo ich auch das Foto mit dieser schönen alten Waage gemacht habe –

führte der Weg hinunter zur Al Farabi Hauptstrasse. Dort ist der grösste Wolkenkratzer Almatys fertiggestellt (Das JW Marriott), rundherum wird aber gebaut wie verrückt. Das grösste Finanzzentrum Zentralasiens soll dort realisiert werden.