Ja, um ganz ehrlich zu sein, zuerst bin auch ich darüber erschrocken. Nein nicht darüber, dass soviele Deutsche in Kasachstan leben, nein – vielmehr darüber, dass es in Kasachstan do viele deutsche Nahrungsmittel gibt. Wie das Ganze möglich ist, das ist mir auch jetzt noch ein Rätsel. Die Warenhauskette Interfood in Kasachstan importiert fast nur deutsche Lebensmittel. Von diesen Geschäften werden ständig neue eröffnet. Aktuell sind es in Almaty ca. deren fünf.

Man kommt zur Tür herein, sieht überall Produkte auf Deutsch angeschrieben. Vor allem das Label Gut & Günstig ist stark vertreten. Und vieles von dieser Marke ist geniessbar, obschon ein Schweizer über diesen Slogan nur ein müdes Kopfschütteln für seine Nachbarn übrig hätte – Wie soll das einem Schweizer in den Kopf gehen, dass etwas gleichzeitig gut und günstig ist?

Mich erstaunt mehr, als die Qualität deutscher Produkte die Tatsache, dass so etwas in Kasachstan erstens verlauft und zweitens gekauft wird. Und nicht nur im oberen Preissegment, sonst könnten Produkte von Gut & Günstig auch nicht angeboten werden. Viele Kasachen können ein paar Worte Deutsch. Es gibt Mineralwasser, welches meiner Meinung nach höchstens 10-20% teurer ist, als in Deutschland. Tiefgefrorene Pizzas sind ebenfalls unbedeutend teurer. Also muss ein riesiger Aufwand herrschen, der sich aber irgendwie lohnen wird. Sonst würde das wohl niemand machen.

Soviel zu Deutschland in Kasachstan.

Das Alte Schulhaus, verfallen und innen total ausgehöhlt, ohne Dach und ein neues Gebäude fertiggestellt letzten Sommer an der Satpaeva, direkt neben dem Hayatt Hotel. Schade ist, dass die Stadt wenige von den sehr schönen alten Häusern aus den 20ern bis 40er Jahren renovieren lässt, denn Tendenz ist und bleibt abreissen,abreissen und nochmals abreissen. Trotz besserer Bausubstanz und wichtiger geschichtlicher Bedeutung vieler Gebäude aus der Zeit der Sowjetunion. – Auf die Fotos klicken für eine Ansicht in Originalgrösse.

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satpaeva

 

 

Eine Ambulanz nach Regenwetter auf Almatys Strassen. Ja, es ist Sonntag, darum herrscht kein Stau wie an jedem Wochentag. Es gibt alle Arten von Krankenwagen in Almaty. Oft steht noch der deutsche Schriftzug Ambulanz drauf, oder der Name des Spitals von dem sie ursprünglich stammen. Sie haben es wie eben schon erwähnt nur am Sonntag leicht, die Opfer des Strassenverkehrs oder anderen Unfällen aufzunehmen. Ansonsten kommen sie nicht vom Fleck. Und die Regel, welche in Europa üblich ist, der Ambulanz den Vortritt zu lassen, oder zumindest auf etwas auszuweichen existiert in Kasachstan nicht. Hier wird jeder Zentimeter im Strassenverkehr erkämpft, als ging es um alles oder nichts.

Mir gefallen diejenigen, von denen eine auf dem Foto zu sehen ist, die Russischen Krankenwagen schaffen jedes Gelände und sind auch bei Minustemperaturen einsatzbereit. Das Innere, wie ich mich selber schon einmal überzeugen konnte ist sehr spärlich ausgerüstet, nicht zu vergleichen mit den ganzen Notfallgeräten, die im Westen eingesetzt werden. Ach zum vorhergehenden Satz: Nein, ich   fuhr nicht mit, weil ich verletzt war.

ambulanz

Die Kasachische SSR (Sozialistische Sowjetrepublik) wurde am 6.dezember 1936 gegründet diese bestand bis am 16.Dezember 1991, von da an war Kasachstan unabhängig.

Hier zwei bildliche Darstellungen dieser Episode. Das Erste ist die Flagge der KSSR, das Zweite ein Scan der KCCR einem Diplom der Sowjetzeit.

Vermutlich eine Art Krankenhaus gewesen. Gesehen an der Tole Bi Strasse. Schön sind die runden Anbauten auf die Strasse hinaus.

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In Kasachstan schliessen die Kioske über Nacht selten, wenn dann höchstes für 2-3 Stunden. Mein nächstgelegener Kiosk an der Bushaltestelle wird geführt von jeweils zwei Studentinnen, die vom Süden herkommen, um sich Geld zu verdienen, welches sie dann anschliessend fürs Studium brauchen. Die Studentinnen Pärchen wechseln alle paar Wochen. Am Aben, nach zehn Uhr herrscht immer reger Betrieb im 4×3 Meter grossen Kiosk. Die Kunden wollen hauptsächlich Bier, viel Bier. Darum ist am frühen Morgen meistens nur noch eine oder zwei Biersorten im Kühlschrank. In Kasachstan gibt es vermutlich keine Regeln für Abendverkauf und Öffnungszeiten. Mir ist das so sehr sympatisch. Wenn meine Internetkarte oder Tel.Karte leer ist, kann ich auch noch morgens um zwei raus und mir eine neue holen. Auch Brot, Eier und Süssigkeiten gibts im Kiosk. Also eigentlich gibts alles wichtige da. Auch immer ein Kurzgespräch. Es freut die Verkäuerinnen, wenn ein Ausländer wie ich einer bin “Rachmjet” – also Danke und anschliessend “Saubol” – Tschüss sagt. Das Foto zeigt unseren letzten nächltichen Einkauf, Morgens um zwei.

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