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Almaty / Kasachstan. Nach fast 20 Jahren wurde nun endlich ein erstes Teilstück der Metro in Almaty fertiggestellt. Damit ist Kasachstan das 2. Zentralasiatische Land, welches sich rühmen kann, eine eigene Metro zu besitzen. Das erste Land mit dieser Option war schon vor vielen Jahren Taschkent in Usbekistan. Die Metro in Almaty ist noch ein Kind und es werden verschiedene Szenarien zur Vergrösserung debattiert Warum aber die Fertigstellung der fünf Stationen so lange gedauert hat konnte niemand auf Anhieb erklären. Ein oft vermuteter Grund war dass das Gebiet erdbebengefährdet ist. Doch dann hätte es in Tokyo wohl auch länger gedauert.

Die ersten Haltestellen wurden vollkommen mit chinesischem Marmor ausgekleidet und das Rollmaterial stammt aus Korea. Immerhin die Lüftung (Österreich) ist ein europäisches Produkt.

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1988 wurde in Almaty mit dem Bau einer eigenen Metro begonnen. 2011, ein paar Jahre später wurde das erste Teilstück eröffnet. Aktuell hat die erste Linie 9 Stationen – weitere Stationen befinden sich im Bau. Auch eine weitere Linie ist teilweise schon im Bau. Aufgrund der Tatsache, dass Almaty in einem Erdbebengebiet liegt wurde die Gesamtkonstruktion erdbebensicher gebaut, im Schildvortrieb.

Das Benützen der Metro ist in der Stadt Almaty sehr angenehm, denn die Strassen sind chronisch verstopft und zur Rushhour geht oft gar nichts mehr. Das Benützen der Metro ist auch gleich teuer, wie alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel (Autobusse & Trolleybusse), aktuell sind es 80 Tenge.

Auf den Fotos zu sehen ist vorwiegend die Abai Station, welche sich ca. in der Mitte der aktuellen Linie 1 befindet.

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Für die Skizze habe ich mir wenig Zeit genommen, dafür kommt zum ersten Mal eine Erklärung als Hintergrundinformation zur Skizze zum Tag Nr.26:

Der Öffentliche Verkehr in Almaty bietet immer wieder Eindrückliches. So zum Beispiel das Busfahren. Bei der Haltestelle, wo der Fahrgast einstieg steht immer jemand. Sobald ein Bus angerast kommt und das ist meistens der Fall jagen alle Wartenden auf die Türen zu. Es wird generell nicht gewartet, bis die Aussteigewilligen ausgestiegen sind. Entweder wird gleich heringedrängelt, oder es wird ein Menschenwall gebildet, dass ja niemand aussteigen kann. Das vermutlich nicht mit Absicht. Der Gedanke dahinter mag der sein, so schnell wie möglich in den Bus. Denn sobald der letzte Fuss das Trittbrett erreicht hat fährt dieser schnell wieder los. Es wird auch nicht gewartet, bis ältere Leute einen Sitzplatz ergattert haben. Diese halten sich meist zu spät an den Eisenstangen fest und werden in die stehenden Passagiere geschleudert.

Während der Fahrt ist es wichtig, dass der Chauffeur möglichst nahe an die vor sich stehende Stossstange aufrückt. Dies immer mit Bremsen, Bremse loslassen. So dass die Passagiere vor und zurückgeworfen werden. Es gibt nur in zwei Buslinien Tickets. Bei Trolleybussen gibt es lustige Ticketautomaten, wo man seine 50 Tenge Geldstück hineinwerfen kann. Ansonsten fährt bei jedem Bus ein Geldeintreiber mit. Der peinlichst darauf achten, dass auch ja alle bezahlen. Schüler haben Rabatt, Pensionäre auch und Kriegsveteranen fahren sogar gratis. Das alles wir aber auch immer geprüft. Vor allem ob Jemand Pensionär ist oder nicht scheint den Kontrolleuren sehr wichtig zu sein.

Zum Businnern noch ein Wort. Meistens sind es Daewoo aus Korea, billig und die Busse hergestellt 2006 sehen älter aus, als die Sowjetischen Busse aus den 70ern. Das Wichtigste in einem Autobus in Almaty ist nicht die Anzahl Sitze, vor allem nicht die Sauberkeit und auch nicht die Bremsen, sondern die Musikanlage. Jeder Chauffeur scheint bei einem imaginären Wettbewerb mitzumachen -wer hat die beste und lauteste Anlage in Almaty. Grosse CD Sammlungen gehören da zum Bild wie Boxen gleich rechts vom Chauffeur. Manchmal richtige Sourround Anlagen mit mehreren Boxen im ganzen Vehikel deponiert.

Das Menschengedränge wird immer grösser, der Lärm immer lauter und endlich mischt sich auch der Geruch dazu. Ein wundervolles Gemisch aus Fussschweiss, gewöhnlichem Schweriss, Biergeruch und natürlich Zigarettenrauch. Denn es gibt garantiert keinen Buschauffeur, der nicht raucht (während des Fahrens). Neben diesen Gerüchen gesellen sich bei jungen Frauen total überdosierte Parfumwolken dazu. Die Wolken sind ab und zu so intensiv, dass man das Gefühl hat, die Lungen werden verätzt.

Gewünschte Haltestelle erreicht. Geld an Kassierer abgegeben und fluchtartig den Bus verlassen.