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Gestern Mittag wurde der OSZE-Gipfel in Astana (Kasachstan) beendet. Tatsächlich scheint das Treffen bezüglich Zielen und Zusammenarbeit zwischen Ost und West eine Nullrunde gewesen zu sein. Nur bei den Kosten waren doch 44 Millionen Dollar zu beziffern.

Die Presse titelt ähnlich:

Spiegel: Staatschefs blamieren sich auf der Mammutshow
Der Standart: Geist von Helsinki soll zum Geist von Astana werden
Tagesschau.de: Kein frischer Wind aus Astana
Focus: OSZE-Gipfel endet ohne greifbares Ergebnis

Gut an der Sache ist, dass Kasachstan überhaupt in den Medien berücksichtigt wurde. Weniger gut daran ist, dass der Anlass hauptsächlich für den Präsidenten als Organisator Werbung machte und überhaupt keine kritischen Stimmen aus dem Land nach aussen gedrungen sind.

Schade, dass keine BloggerInnen, Facebookgruppen oder unabhängige Internetportale genügend Menschen zusammenbringen konnten, das reale Kasachstan zu vermitteln. Denn das reale Kasachstan, wie ich es die letzten drei Jahre kennengelernt habe ist ein Land mit viel Potential, welches aber nicht einmal im Promillebereich ausgeschöpft wurde.

Vor etwas über einer Woche konnte ich beim Deutschen Wirtschaftsklub in Almaty einer Präsentation über die Tätigkeiten der OSZE in Zentralasien beiwohnen.

Frau Kloetzer erzählte von einem Projekt, das vor Kürze in Armenien durchgeführt wurde. Die dortige Regierung rief die OSZE um Unterstützung, weil die Russen nach dem Zusammenbruch der cccp hochgiftigen Raketentreibstoff in fast allen ehemaligen Republiken hinterlassen haben. Mehr als 1000 Tonnen dieser “Melange” genannten Flüssigkeit lagen in Armenien. Die Behälter hatten Schäden und das Gift konnte in die Natur entweichen. Mit Wissenschaftlicher Unterstützung konnte die OSZE das Material mit einem simplen chemischen Prozess in Dünger umwandeln, welcher problemlos auf die umliegenden Farmen verstreut werden konnte. Die folgenden Bilder stammen aus einer 20Minütigen Filmreportage, welche ebenfalls beim Deutschen Wirtschaftsklub gezeigt wurde:

001 002 003 004 005 007 osce_members_and_partners

Interessant waren auch die Ausführungen von Frau Kloetzer über den anstehenden Vorsitz über die OSZE Kasachstan im folgenden Jahr. Welche Vorbereitungen hier laufen, und wie viel Kasachstan auch im Austausch steht mit ehemaligen Ländern, die den Vorsitz geleitet haben. Auf Jedenfall, so wurde gesagt hat Kasachstan eine grosse Aufgabe, neben dem OSZE Vorsitz, auch Innenpolitische Veränderungen durchzuführen und wie versprochen rasch Demokratische Reformen umzusetzen!

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