Zum ersten Mal im Lande staunte ich nicht schlecht über das Länderkennzeichen „KZ“, speziell wurde es für mich aber, als ich einmal mit einer jüdischen Gemeinschaft zu tun hatte. Die jüdische Gemeinde Almatys hat die Webdomain „mitswa.kz“, das finde ich dann schon ziemlich extrem, wenn jemand wie ich an die Wortabkürzung Konzentrationslager denkt.

Faktisch steht das Kennzeichen auf Autoschildern und im Internet wird es als Länderkürzel gebraucht.

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Drei Fotos, die zeigen, dass der Eiffelturm es auch bis nach Almaty geschafft hat. An der Kreuzung der Abbaja Strasse und Furmanova steht dieser. Generell bemerke ich, dass sich die Stadtverwaltung, Grosskonzerne und Geschäfte mehr Mühe geben, die Stadt auch bei nacht attraktiver zu machen. Mehrere Grosskomplexe am Zentralen Platz sind in der nacht mit wechselnden Farben Beläuchtet. Im Zentrum gibt es riesige Tannenbäume mit überdimensionalen Lichterketten und Strassenblaternen sind umgeben von blinkenden Lämpchen.

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Hier können Sie eine meiner zuletzt angefertigten „digital collage“ – made in Kasachstan sehen.   Für eine Ansicht in Originalgrösse klicken Sie bitte aufs Bild.

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Sogar in Almaty gibt es „schöne“ Schuhläden. Wie das folgende Foto zeigt ist die Schweizerische Trendmarke Bally auch hier sässhaft geworden.

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Vorgestern Abend hat im Kino Caesar eine Kurzfilmvorstellung stattgefunden, mit Filmen von Veit Helmer, einem Deutschen Regisseur. Eingeladen zur Vorstellung hat das Goethe-Institut Almaty. Das Kino war ziemlich gefüllt, denn die Vorstellung war Kostenlos. Zehn Minuten zu spät angekommen, wegen der verstopften Strassen Almatys, wurdr mir freundlicherweise in der ersten Reihe ein Platz freigehalten.

Die Vorstellung begann mit einem lustigen Film, einer deutschen Produktion, in diesem Kurzfilm sieht man einen Mann, welcher jede Menge Fallen über, unter und hinter seiner schlafenden Frau aufstellt. Der Zuschauer bekommt also das Gefühl, dass er diese gleich umbringen möchte. Mehr oder weniger lustigerweise ändert sich dann das Bild, als die Fallenserie gezündet wird. Schlussendlich fliegt die Frau regelrecht aus dem Bett an den Tisch und die verschiednen „Fallen“ bringen es Zustande, dass ihr Kaffee in die Tasse gegossen wird und eine Gutemorgen-Botschaft ihres Mannes erwartet sie in Papierform.

Wie sie vieleicht in meinem Unterton bemerkt haben, war ich etwas von der Vorstellung enttäuscht. Ich habe „richtige“ Kurzfilme erwartet und nicht Komädintisches. Später kamen noch vier Kurzfilme aus Azerbajdjan, Tadjikistan, Georgien und Kasachstan. Überall dasselbe. Schöne Landschaften aber kein wirklicher Hintergrund. Die Erklärungen des Anwesenden Veit Helmet, welcher die gezeigten Filme mit lokalen Filmschulen inszenierte war auch diese, dass es Amateurfilme von Studenten seien.

Naja, mit der Grösse desButgets hätte ich lieber etwas kritischeres oder authentischeres gesehen.

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Der 24 jährige Magdeburger Christoph Paasch hat in Taldykorgan und Almaty eben sein kurzes Praktikum beendet und darüber einen Bericht geschrieben, welchen ich Ihnen nicht vorenthalten will. Christoph, welchen ich hier kennengelernt hab und mit dem ich den einen oder anderen Stadtspaziergang mit spannenden Gesprächen hatte ist nun wieder in Deutschland.

Meine Famulatur in Almaty (KZ)

Im Jahre 2004 unternahm ich mit drei Studienkollegen eine Reise nach Kasachstan. Wir besichtigten die Stadt Almaty und überquerten anschliessend per pedes den Tien-Shan um zum Issy-Kul einen der grössten Bergseen der Erde zugelangen. Häufig dachte ich in den Folgejahren an diese ereignissreiche Reise und das wunderschöne Land Kasachstan. Ich wollte zurück und einen erneuten Aufenthalt mit einer Famulatur zuverbinden schien mir sinnig. Ich lernte fortan in der Volkshochschule Göttingen die russische Sprache so gut es eben ging parallel zum Studium.
Die Organisation der Auslandsfamulatur fiel jedoch sehr schwer. Kasachstan befindet sich nicht auf der Länderliste des BVMDs, dem Bund vereinigter Medizinstudenten Deutschlands, was gleichbedeutend ist mit der Tatsache, dass ich mich um alles selbst kümmern musste.
Als die Wohnung gefunden und eine Famulaturstelle über alte Bekannte in Kasachstan organisiert wurde, konnte es endlich losgehen. An dieser Stelle nochmals einen Großen Dank an Dagmar Schreiber, der Herrausgeberin des Reiseführers Kasachstan Entdecken, für ihre Hilfe bei einfach allem.

Ich hab in der PrivatClinic Almaty famuliert. Die Einrichtung ist untergliedert in poliklinische Sprechstunden und einer stationären Aufnahme. Die Gynäkologie, Urologie, Kardiologie, Chirurgie, Endokrinologie und Zahnmedizin sind poliklinisch vertreten. Auf der Station liegen vorwiegend internistische Patienten. Die technische Ausstattung entspricht in dieser Einrichtung annähernd dem westeuropäischen Standard. Mit privaten Geldern wurde dieses Krankenhaus erst vor einigen Jahren errichtet. Ein Neubau mit geplanten 300 Betten ist bereits im Bau. In diesem sollen ein Herzkatheterlabor und zusätzliche OP-Bereiche errichtet werden. Ein Drittel aller dort arbeitenden Ärzte sollen zukünftig aus Europa kommen um auch im ärtzlichen Bereich eben europäischen Standard sicherzustellen.

In der Zeit vom 26.8.07 bis 26.10.07 famulierte ich in der PrivateClinic Almaty im Bereich Gynäkologie.
Dr. med. Dieter Seitzer, Gynäkologe aus Tuttlingen, ließ mich an seinen Sprechstunden und Hausbesuchen teilnehmen.
Herr Seitzer lebt seit einem Jahr in Almaty. Er kommt gebürtig aus Tuttlingen, lehrte auch in Göttingen und war zuletzt Chefarzt einer Klinik im Münstererraum. Ihn dort kennengelernt zu haben stellte sich als „Segen“ herraus. Da er mit seinen Patientinnen in einem (auch für mich) verständ-lichen Russisch spricht und mir auf deutsch anschließend alles erklärte, konnte ich sowohl sprachliche als auch fachliche Fertigkeiten erlernen.
Der fachlich (negative) Höhepunkt war für mich einen Patientin, welche sich mit einem Mammacarcinom im Stadium T4 vorstellte. So etwas habe ich in Deutschland noch nie gesehen.
In Kasachstan beträgt beispielsweise die 5-JÜR am Mamma-Ca 49% (BRD ca. 80%). Es gibt keine stattlich geförderten Screeningprogramme. Die Behandlung des Mamma-Ca ´s wird vom Staat zwar bezahlt, doch die Diagnostik, das Screening im Falle der Befundlosigkeit eben nicht. Diese Tatsache hält viele Patientinnen dazu an sich nicht untersuchen zulassen.
In Kasachstan existiert keine etablierte staatliche Krankenversicherung.

Sehr beeindruckt hingegen hat mich die Tatsache, dass die hiesigen Ärzte sehr viel mehr Zeit für den Patienten haben als in Deutschland. Bis zu 30 Minuten pro Patient sind klarer Standard. Jedoch müssen sie sich häufig das Arztzimmer mit anderen Patienten. teilen Das EKG wird geschrieben, während ein mit unter persönliches Arzt-Patientgespräch von statten geht. Auch werden die Zimmertüren nicht verschlossen und ständig kommt ohne vorher zu klopfen oder um Eintritt zu beten jemand in das Arztzimmer. Sicherlich für einen Mitteleuropaeer kaum verständlich aber hier Alltäglichkeit, an der sich der Patient nicht stören lässt.
In Kasachstan gibt es keine Facharztausbildung. Nach 3-4 monatiger Weiterbildung im Anschluß an das Studium ist man bereits „Spezialist“.
Die Pflege nimmt eine andere Stellung ein als in Deutschland. Sie ist doch viel weniger emanzipiert und der Ärzteschaft höriger. Als ich eines Morgens zu spät zur morgendlichen Besprechung kam und ich mit den Worten:“strastwujtje“(seien sie gegruesst) die Anwesenden begrüsste, sprangen plötzlich die Schwestern von den Stühlen und begrüssten mich „den Studenten“ im Chor zurück. In Deutschland werde ich doch in vielleicht ähnlicher Situation keines Blickes gewürdigt. Was nun nicht heissen soll, dass ich bei meiner nächsten Famulatur in Deutschland jeden morgen so begrüsst werden möchte.

Wenn ein Hilfesuchender ein staatliches Krankenhaus aufsucht, ist es leider immernoch der Fall, dass man ohne eine dirkte Zahlung an den diensthabenden Arzt (Korruption) keine sachgemässe Versorgung erhält. Der Grund liegt auf der Hand. Die Gehälter liegen offiziell zwischen 100-300 Dollar pro Monat. Die Wohnungspreise insbesondere in Almaty und der Hauptstadt Astana stiegen/steigen rasant in den letzten Jahren, so dass man ohne Zuverdienste welcher Art auch immer kaum noch leben kann, in diesem generell immer teurer werdenen Land. In der PrivateClinic Almaty habe ich dies jedoch nicht beobachtet. Die Ärztegehälter liegen in dieser Einrichtung um ein Vielfaches über denen staatlicher Krankenhäuser.

Der besondere Vorteil dieser Auslangsfamulatur ist aus meiner Sicht die Möglichkeit sprachliche Fähigkeiten zu verbessern und andere Gesundheitssystem kennenzulerne. Ich habe mir immer gewünscht russisch sprechen zu können und dem bin ich hier sehr nahe gekommen. Viele Ärzte in Kasachstan sprechen kein Englisch und wenn nur sehr begrenzt.

Dieser zweimonatige Aufenthalt hat mir sehr viel gegeben. Ich habe nicht nur ein anderes Gesundheitssystem sondern auch das Land, seine Leute und ihre Sprache kennengelernt.
Voller Wehmut denke ich nun an diese Zeit zurück, an das Land der Nomaden, der endloserscheinenden Steppe. Ich denke an diese vielgesichtige Stadt Almaty (ehm. Alma-Ata), an die Offenherzigkeit und Gastfreundschaft dieses wunderschönen Landes Kasachstans. Es hat mich mit offenen Armen empfangen.

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Christoph Paasch, Magdeburg der 3. November 2007

Die moderne Heiratskutsche braucht keine richtigen Pferde mehr. Die Kasachstaner, Kasachen und die Kasachin haben vor ein paar Jahren umgesattelt. Die heutigen Kutschen und Pferde sind Autos. Die meistvertretenen in Almaty sind Mercedes der gehobenen Klassen, Prados und viele viele Hummer. Ebenfalls amüsant ist es am Wochenende vor dem Hochzeitspalast, wenn eine Limousine nach der Anderen heranfährt und die Paare abliefert und an die weiteren Etappen bringt. Dazu gehört wohl nach Programm und Grösse des Geldbeutels derPanfilow-Park, das Standesamt und dann der Zentrale Platz mit dem Monument des Goldenen Mannes. Dort hält das Brautpaar zusammen die Hand in eine eine Gegenform, einer grossen Bronzenen Hand.

Hier Fotos, der üblichsten Fahrzeuge Almatys:

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Diese Einladung zu einem sozialistischen Treffen von Armeeangehörigen habe ich in einem kleinen Buchantiquariat gefunden. In der Innenseite steht eine Einladung für ein Grenzwachkorps aus Almaty. Müsste nur noch meinen Namen auf die Vorgedruckte Linie schreiben…

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Ich sammle hier alte sowjetskij sojus Postkarten. An Basaren, an Flohmärkten oder in Bücherantiquariaten finde ich oft die speziellsten Karten aus Sowjetischer Zeit. Zum Beispiel die folgenden, welche ich aus einer Packung von 15 Stück ausgewählt habe:

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Tut mir leid, wenn ich Sie schon wieder mit einem Hochhaus belästige. Mir gefallen Hochhäuser nun mal, und hier kann ich immer wieder zuschauen, wie ein Hochhaus von der Projektierung, der Visualisierung über den Bau, bis zur Vollendung aus dem Boden gestampft wird. Das nächstliegende Grossprojekt, welches so gut wie zu Ende gebaut ist, das sind die Rahattowers an der Ecke Jandossowa/Satpaewa. Also mitten im Zentrum Almatys und von meiner Temporärwohnung aus in Zehn Minuten Fussweg erreichbar.

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Hier ein Textausschnitt von der Webseite des Projekts:“

Rahat Palast“- diese Bezeichnung ruft im Bewußtsein der Stadteinwohner das Busineß-Hotel von Weltklasse hervor. Gerade hier lassen sich die Gäste der Stadt unterbringen, und hier führen Vertreter ausländischer Länder, die in unsere Republik investieren und die Entwicklung ihrer Gesellschaften mit der Zukunft der Republik Kasachstan verbinden, ihre Veranstaltungen, Konferenzen und Begegnungen durch. Denn gerade in diesem Stadtviertel befinden sich die wichtigsten Unterhaltungs- und Erholungszentren: das Auesow-Schauspielhaus, der städtische Vergnügungspark „Fantasienwelt“, das Zentrale Stadion, der Stadtzirkus, das städtische Standesamt- der Eheschließungspalast.

Daher ist die Entscheidung absolut gerechtfertigt, den polyfunktionalen Komplex „Rahat Towers“ in unmittelbarer Nähe des Hotels „Rahat Palast“ zu errichten, es wird nun durch einen unikalen Bau ergänzt, der keinen seinesgleichen in Zentralasien hat.
Der entworfene polyfunktionale Komplex „Rahat Towers“ mit Gesamtfläche von 88 922, 18 m2 entspricht den Anforderungen an Bauten für die Unterbringung von repräsentativen Büros transnationaler Gesellschaften, internationaler Holdings und Vertretungen sowie großer National- und Privatfirmen.
Das neue architektonische Ensemble präsentiert 3 Dominante: zwei Hochtürme des Komplexes und das schon bestehende Hotel „Rahat Palast“. Die beiden Türme werden untereinander durch eine eingebaute Plattform mit wenigen Stockwerken verbunden, sie verbindet den Komplex auch mit dem Hotel. Zwei schöne 25 Stockwerke hohe Türme mit ihren 100 Metern, mit ihrer gemeinsamen Plattform, strecken sich in den Himel empor und symbolisieren damit für jedes Unternehmen eine zweifache Sicherheit auf fester Grundlage.

Im Anschluss noch die Fotos, welche ebenfalls von der Webseite „Rahattowers.com“ stammen.

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