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Die Sihlhochstrasse wurde 1974 gebaut, um dem ständig wachsenden Individualverkehr in der Stadt Herr zu werden. Über ca 1.5 Kilometer wurde über der Sihl eine Hochbahn gebaut. Imposant ist die Strasse auf jeden Fall. Vor allem vor SihlCity und bei der Brunau, wo sich die Fahrspuren teilen hat man das Gefühl man befinde sich unter einem grossen Gebäude. Die Hochstrasse gibt immer wieder Anlass zu politischen Debatten. Die Grünen wollen die Strasse abreissen und sind für die Verlegung der Zubringerstrasse unter die Erde. Ist wohl in der jetzigen Budget Situation des Kantons/Bundes kein Handlungsbedarf mit grosser Priorität.

Andere etwas innovativere Ideen, die durchaus Potential haben sehen den Raum unterhalb der Hochstrasse ideal zur Wohn/Arbeitsraumnutzung. Ein Architekt hat auch schon eine Visualisierung im Tagesanzeiger vorgestellt, wie das Ganze realisiert werden könnte. Die Frage ist dabei nur, wie die Bewohner in die Wohnungen gelangen, dafür braucht es dann schon eine ausgeklügelte Konstruktion.

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Zürich Hirzenbach ist eine Wohngegend. Wie selten in Zürich drängen sich mehrstöckige Wohnhäuser auf verhätnismässig geringer Fläche. Die Schulanlage in der Mitte dreier Hochbauten ist flächenmässig wesentlich grösser angelegt und mit viel Beton erstellt worden.

Geht es der Schweiz so schlecht, dass eine Rechtspopulistische Partei wie die SVP dermassen zulegen kann, oder ist die gesamte politische Entwicklung ein Symptom einer grösseren Erkrankung? Denn es ist schnell gesagt, der Rechtstrend sei auf die „Blocher“ – Partei zurückzuführen und die ersten Gründe, welche dazu aufgezählt werden sind die Angst vor einem EU-Beitritt eines Grossteils der Bevölkerung und die noch grössere Angst vor der Überfremdung. Also eine Urangst, die Angst die eigene „Arische“ Blutslinie zu verlieren. Obschon gerade dies in der Schweiz, einer jeher Multinationalen Bevölkerung ein Witz ist.

Demnach muss an verschiedenen Orten in der Schweiz gesucht werden. Alleine solche Argumente reichen in einem der wohlhabendsten Länder der Welt garantiert nicht aus, um das Phänomen zu erklären.

Der Blog „Lupe“ titelt nach der Abstimmung „Braune Tsunami-Welle überrollte die Schweiz“, darin geht der Verfasser auf den Wahlkampf der letzten Monate in der Schweiz ein, stellt auch die überaus berechtigte Frage, warum sich das Volk nicht wehrt gegen eine dermassen hässliche und unmenschliche Polarisierung.

Auf der Webseite world socialist web site gibt es einen spannenden, gut geschriebenen Text mit dem Titel:“ Wahlkampf deckt tiefe Brüche in der Gesellschaft auf.“ : wsws.org – hier ein Ausschnitt aus dem Artikel

Die 7,5 Millionen Einwohner zählende Schweiz verfügt über vier offizielle Sprachen (deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch) und über zwei Hauptreligionen (römisch-katholisch und evangelisch-reformiert), die sich vor 160 Jahren noch in einem Bürgerkrieg bekämpften. Neben den Sitzen internationaler Großbanken (UBS, Credit Suisse) und globaler Konzerne (Nestlé, Novartis, Roche) finden sich auf engstem Raum ländlich Gegenden, in denen die bäuerliche Folklore noch zur Alltagskultur gehört. Hochentwickelte Industriezweige (Maschinenbau, Feinmechanik, Pharma) paaren sich mit primitivsten Formen der Landwirtschaft in den Bergen.

Die Neutralität in Verbindung mit dem Bankgeheimnis hat die Schweiz reich gemacht. Die Neutralität ermöglichte es ihr in zwei Weltkriegen, mit allen Seiten Geschäfte zu machen. Das Bankgeheimnis machte sie zum Anziehungspunkt für Großvermögen aus der ganzen Welt. Die Schweizer Großbank UBS ist mit 3,3 Billionen Franken Kundengeldern auch heute noch der größte Vermögensverwalter weltweit. Hinzu kommt dank der Naturschönheiten des Landes eine lukrative Tourismusindustrie.

Solange es gelang, die Grenzen einigermaßen abzuschotten, konnten die Gegensätze im Innern des Landes mit Hilfe dieses Reichtums abgedämpft werden. Der Sozialstaat erreichte zwar nie das Ausmaß der europäischen Länder mit einer starken Arbeiterbewegung. Aber die Arbeitslosigkeit war gering und das Lohnniveau relativ hoch. Die Landwirtschaft wurde hoch subventioniert und vor Importen geschützt.

Mit der Globalisierung, dem Wachstum der Europäischen Union und dem Ende des Kalten Krieges hat dieses System Risse bekommen. In der Schweizer Gesellschaft sind tiefe Gräben aufgebrochen. Der Aufstieg der SVP ist ein direktes Ergebnis davon. Zitat Ende.

Ein Grossteil des Artikels widmet sich auch dem Aufstieg der SVP und zeigt die massiven Verknüpfungen der Schweiz zwischen Politik und Wirtschaft. Eine beinahe Schizophrenes Gebärden müsste da auch Blocher attestiert werden, welcher einer der reichsten Männer der Schweiz ist, einen Grosskonzern führte, das Bankgeheimnis unbedingt beibehalten will, gleichzeitig den Bauern möglichst viele Subventionen überlassen möchte und seine Ansprachen durch Folklore (Kuhglocken und Schweizerkreuze) untermalt.

Um noch einmal auf den Titel zurückzukommen: “ Wahlkampf deckt tiefe Brüche in der Gesellschaft auf“, – den finde ich wirklich gut. Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten massiv verändert. Die Bauern sind genau wie die Industrie verschwunden. Die Industrie befindet sich nun in Asien und die Bauern, sind in Süd- und Osteuropa. Die Schweiz hat sich zu einer beinahe reinen Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. Importiert werden Unmengen von Ausländerinnen und Ausländern, die sich auf einem Fachgebiet spezialisiert haben, zum Beispiel im Bankensektor, dem Medizinalwesen und der Pharmazeutik. Durch die Gesamtentwicklung in den letzten Jahren hat es auch viele Schweizer gegeben, die an der Armutsgrenze“ leben, die working poors und die Stadtflucht hat den ländlichen Gegenden massiven Schaden zugefügt. Die Politik von Blocher manipuliert viele der ärmeren Schichten mit angstmachenden Parolen. Eine Schweiz wird heraufbeschworen, wo ein Mythos, wie Wilhelm Tell und die „Neutralität“ im zweiten Weltkrieg grossgeschrieben werden. Es werden „saubere“ Finanzgeschäfte der Grossbanken aufgetischt, die Überwachung innerhalb der Schweiz wird zum Nationalheiligtum erklärt und insgesamt eine völlig verklärte Sicht auf die Position der Schweiz inmitten Europas beschrieben.

Diese Entwicklung ist schade. Die Schweiz ist ein Land der Traditionen. Doch Echte Bräuche, wie ein „Fridlisfeuer“ oder das „Chlausschälle“ im Glarnerland, sind akut vom Aussterben bedroht. Künstliche Volksfeste, die nicht wirklich alt sind dienen als Instrumente eines sehr gefährlichen Nationalpopulismus. Und wohin Nationalpopulismus führen kann sollte Jedermann und Jederfrau klar sein.

Die Linken Parteien haben, wie mir eben jemand per sms aus der Schweiz geschrieben hat im Wahlkampf einfach die schlechteren Wahlstrategen gehabt. Vielleicht haben die bürgerlichen Parteien einfach zwanzig Millionen Schweizerfranken mehr in den Wahlkampf investiert.
Was läuft falsch in der Schweiz? Ich will die Schweiz nicht verurteilen, wie ich im Titel aber geschrieben habe empfinde ich die Schweiz als einen kränkelnden Staat. Es fehlt an einer guten integrativen Zusammenarbeit. Es fehlt an Respekt Ausländerinnen und Ausländern gegenüber und vor allem fehlt es an Visionen!