Bei einem ersten Spaziergang durch Zürich gesehen, ein Blasmusikfest. Von Weitem schon schmetterten die Trompeten und Hörner, Instrumente die man im fernen Kasachstan hächstens zum Feiertag ‚Sieg über den Faschismus‘ zu Ohren bekommt. In friedlich fröhlicher Athmosphäre fanden am 04-06. Sept. die 10. Zürcher Blasmusiktage statt.
So sah es früher, das heisst noch vor ca. 20 Jahren in Kasachstan aus! In schönen Paraden wurden Arbeitsleistungen Propagiert, die Bevölkerung auf die Kommunistische Lebenshaltung eingeschworen und alles schön in ein dunkles Rot getaucht. Heute ist das in Kasachstan etwas anders. Im letzten Jahr hat die Regierung komplett Abstand genommen zum Volksfest der Sowjetunion und einen 1.Mai der Kulturen lanciert.
Auf einem der grössten Plätze Almatys wird nun dieses Volksfest ausgetragen. Auf einer überdimensionalen Bühne sind jede Menge bunte Plakate und Stofftransparente aufgehängt und aus Lautsprechertürmen hämmert die Techno-Volksmusik.
Von Neun am Morgen bis spät am Abend tanzen den ganzen Tag über die 100 Weissnichtwieviel Volksgruppen ihre „traditionellen“ Tänze vor. In Anführungs und Schlusszeichen wegen der ziemlich einheitlichen Trachten und der noch einheitlicheren Volksmusik. Oft ist nicht einmal ein grosser Unterschied zu erkennen zu irgendwelchem Technobeat unterlegtem Schweizer Alpenjodlersound.
Hier ein paar Fotos zum 1.Mai in Kasachstan, welcher ganz ohne Krawalle zu Ende ging. Dafür auch mit einem guten Sicherheitsdispositiv. Die Polizei öffnete gar die Schranke zur Bühne, weil so wenig Publikum gekommen ist, dass kein grosses Gedränge zu befürchten war. Die Volksgruppen die auf den Fotos zu sehen sind : Tataren, Usbeken, Kasachen und Juden. Leider nicht auf den Fotos ist die Gruppe des Deutsch-Kasachischen Theaters, welches auf Deutsch ein Volksliedchen zum Besten gegeben hat.
https://www.wiedenmeier.ch/wordpress/wp-content/uploads/2021/10/logo_high_rw213.png00R.Wiedenmeierhttps://www.wiedenmeier.ch/wordpress/wp-content/uploads/2021/10/logo_high_rw213.pngR.Wiedenmeier2009-05-03 09:25:052014-07-31 20:15:18:::Der 1.Mai in Kasachstan – Tradition ohne Grenzen:::
Am Wochendende konnte ich einem guten Tanzspektakel beiwohnen, integriert in einen Grossanlass. Unter Anderem konnte ich auch eine exzelente Gruppe von Musikern anhören, die traditionelle kasachische Musik gespielt haben. Mit einem durch Mark und Bein dringenden Kehlgesang. Später kamen dann die Tänzerinnen in den schönen Kleidern in den Nationalfaren gehalten zum Zuge!
https://www.wiedenmeier.ch/wordpress/wp-content/uploads/2021/10/logo_high_rw213.png00R.Wiedenmeierhttps://www.wiedenmeier.ch/wordpress/wp-content/uploads/2021/10/logo_high_rw213.pngR.Wiedenmeier2008-04-22 16:39:302014-08-07 19:26:53:::Tanz ganz traditionell:::
Philipp Jäger, ein deutscher Ethnologiestudent lebt seit mehreren Monaten bei einer kasachischen Gastfamilie in Almaty. Dort lernt er Schritt für Schritt die kasachische Sprache und integriert sich in die hiesige Kultur. Vor ein paar Wochen hatte Philipp die Gelegenheit durch die Gastfamilie einer kasachischen Hochzeit beizuwohnen. Also für das Gebiet der Ethnologie sicher eine gute Möglichkeut “Feldforschung†zu betreiben. Ich selber war ja auch schon per Zufall an Hochzeitsessen, in Almaty. Es ist ein eindrückliches Spektakel. Ich werde einen dreiteiligen Text, den Philipp geschrieben hat veröffentlichen. Die Fotos stammen ebenfalls von ihm. – Der Autor ist auf dem letzten Bild Links zu sehen!
Klicken Sie auf die Bilder, um Sie in Originalgrösse betrachten zu können!
Und hier der Text „Eine kasachische Hochzeit erster Teil„
Es ist Freitagabend. Ich warte ungeduldig im Haus meiner kasachischen Gastfamilie, denn gleich werde ich abgeholt. Heute heiratet Ergali, ein Bruder meiner jungen Gastmutter. Mit der Ankunft der Braut beginnt der erste Teil des 20-tägigen Hochzeitsrituals, der mit einem Fest in der Familie des Bräutigams zelebriert wird. Als um zwanzig Uhr endlich der Wagen eines Bruders des Bräutigams vorfährt, befürchte ich schon alles verpasst zu haben.
Aber zu Unrecht, denn kaum am Bauernhof der Mutter des Bräutigams in Talgar, einer Vorstadt Almatys, angekommen, sind die Vorbereitungen noch im vollen Gange. Die Männer sind dabei die Möbel zu rücken, die Frauen arbeiten in der Küche und bereiten die verschiedenen Speisen zu. Fasziniert betrachte ich alles und schieße Unmengen an Fotos.
Die Tafel wurde schon tagsüber bereitgestellt und mit Süßigkeiten, die von russischem Konfekt bis zu kasachischem Süßgebäck reichen, gedeckt. Auch Obstschalen und verschiedene Salate, aus Kraut, Karotten, Erbsen, Kartoffeln und Fleisch, was bei den Kasachen selbstverständlich ist, sind schon aufgetischt.