Gestern gesehen, ein Objekt aus Beton mit einer angenommenen Grösse von drei mal zwei Metern. Immer wieder findet man in Almaty Überbleibsel öffentlicher Kunst in der Sowjetunion. Zum Teil für den Westlichen Menschen etwas seltsam wirkend gab es aber auch Versuche das Leben farbig und lebendig zu gestalten. Leider gibt es in Almaty nur noch wenige Zeugen dieser Zeit. Hauptkunstform im öffentlichen Raum war das Gestalten von Mosaiken. Alle Bushaltestellen, Treppenhäuser und Brunnen in den Städten bestanden aus Beton und wurden überdeckt mit Mosaiken aus Geschirrscherben.

Dieses Beispiel hier ist sicher speziell wegen des Kindes mit den hochgestemmten Ärmchen in der Mitte.

Die Youtube Videos des Gedankenbörsen-Blogs haben zum ersten Mal die 10’000 er Marke gebrochen. Gerade drei Videos haben es in den letzten Tagen geschafft:

Sie können alle Videos sowohl über Youtube, als auch direkt im Blog betrachten. Um Sie im Blog betrachten zu können einfach folgenden Link betätigen: link wenn Sie die Viedos lieber auf Youtube betrachten möchten klicken Sie auf diesen link!  

Gestern wurde ich eingeladen zur Feierlichkeit des Nationalen Radiosenders “Kasachstan” zu den Feierlichkeiten “50 Jahre Deutsches Programm”. Die Deutsche Minderheit hat vor 50 Jahren die Möglichkeit bekommen einmal wöchentlich auf Deutsch im kasachischen Radio zu senden. Unter Anderem bestand das frühere Programm aus Liedern auf Deutsch, Nachrichten und Kulturellen Informationen.

Bei den gestrigen Feierlichkeiten wurden viele Gäste eingeladen, darunter auch ein Mitarbeiter der Deutschen Welle in Deutschland. Dann der Direktor des Radiosenders Kasachstan und viele Deutsche, die das Programm ua. auch finanziell unterstützen. Dazu gehört auch der Deutsche Wirtschaftsklub in Kasachstan.

Hier zwei Fotos – unten bei den Links zum Thema können Sie alle Fotos betrachten, die ich gestern gemacht habe.

Links zum Thema:

Am 27.11. wird die Abstimmung vorüber sein, und die besten Blogs aus den verschiednen Kategorien werden bekanntgegeben. Ich danke allen ganz herzlich, die für den Gedankenbörsen-Blog gestimmt haben. Für diejenigen, die es noch nicht gemacht haben und unbedingt abstimmen möchten noch einmal die Anleitung hier:

Zuerst auf folgenden Link klicken: Link

auf der Seite der BOB’s (So heisst der Wettbewerb) herunterfahren bis zu „Best Weblog Deutsch“ und da den Gedankenbörsen-Blog markieren! Dann auf der Seite bis ganz nach unten Scrollen und da Name und Email eingeben, dann absenden.

Auf dieser Seite kann jeder, der möchte einen schriftlichen Kommentar zu meinem Blog hinterlassen : Link

Wenn ich in Almaty in den Bus steige, erlebe ich ab und zu ganz originelle Situationen. Man muss wissen, ich trage an fast allen Anzügen und Mänteln einen kleinen Lenin-Pin. Ein Grossmütterchen sagte kürzlich nur:”maladiez” – mit einem verschmitzten Lächeln. Ein Ander Mal hörte ich zwei ältere Frauen miteinander tuscheln:”Was ist das, was er da am Jackett hat? – Ein Komsomol oder ein Kommunist?” – Die Abzeichen haben verschiedene Graduelle Unterschiede Gehabt. Man konnte im Kommunismus  aufsteigen.

Im Taxi ist es ähnlich. Der Grundton ist da eher so:”Ahh, das habe ich schon lange nicht mehr geshen…wird heute nicht mehr so oft getragen!” – Dann beginnt ein Monolog von den Guten alten Zeiten. „Heute, im Kapitalismus, da interessiert sich jeder nur für sich! Das ist schlecht für die Seele! Früher, im Kommunismus…” – So geht das dann weiter, je nach Taxist. Insgesamt ist der Grundton schon so, dass viele Menschen in Kasachstan froh, sind, dass die Diktatur des Kommunismus ein Ende genommen hat und die Bevölkerung westliche Freiheiten bekommen hat. Aber das ging hier eben alles ein Bisschen zu schnell. Mit der Freiheit hätte auch die Verantwortung kommen müssen und die ist halt eben noch nicht angekommen.

Ich habe in der Wohnung auch folgenden Lenin Wimpel hängen:

Dies einerseits aus ästhetischen Gründen, weil mir die Grafik und Propagandakunst der cccp gut gefällt und Andererseits auch ganz klar aus dem Grund, weil ich hier  immer noch einen Rest an gesellschaftlicher Solidarität und Einheitsgefühlen erlebe, die mir so in der Schweiz total fremd waren.

Aktuell gibt es tektonische Verschiebungen in der Weltwirtschaft. Das könnte Regionen viel Gewicht geben, die bis anhin ein Schattendasein geführt haben und es könnte den mächtigsten Wirtschaftsnationen zeigen – so geht es nicht mehr weiter!!!

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Zwei neue grosse Bauprojekte kurz vor der Fertigstellung. Das Erste ist an der Kreuzung Abbaja/Auezova. Ein Riesiger Geschäfts und Wohnungskomplex mit einem Rundbau davor. Zusätzlich gibt es viel Grünfläche und Brunnen. Das Zweite ist eine Überbauung vorwiegend aus Wohnraum bestehend an der Muratbaewa/Satpaewa . Beide Projekte werden sehr schnell gebaut, was eine Ausnahme ist in Almaty. Viele Projekte wurden auf Eis gelegt, wegen der Finanzkrise.

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In Zeitungspapier eingewickelt brachte mir ein Freund einen Film auf einer DVD. Ich packte die DVD aus und sah mir das Zeitungspapier etwas genauer an. Lustiger weise hat mein Freund die DVD in die Kontakt Annoncen eingewickelt. Da steht dann frei aus dem Russischen übersetzt:

„Alexandra – schöne, weisshäutige, grosse (170cm) Europäerin 20 jährig. Besuch bei ihr oder Einladung zu sich. Professionelle Massage ohne Grenzen. Teuer. Tel. 8-701 604 70 55″.

Oder :”Ksjuscha! Ein Märchen aus Plüsch. Schicke Brünette. Grösse 180cm, Brustgrösse 5r-r. Zarte Lippen, gut mit der Zunge. Ohne Grenzen. Tel-87023287667″.

Ich habe nicht verstanden, was es mit dem „Grudi 3-r-r oder Grudi 5-r-r” auf sich hat. Mir wurde das Ganze aber anschliessend erklärt, dass „r-r” für „Rasmer” also Grösse steht. Und die Ziffern 1-5 die Körbchengrösse angiebt. 0 ist die kleinste Grösse und 5 das sind sehnr üppige Brüste. Soviel zum russichen Körbchen-System!

Hier das Ganze noch in Bildern – Auf die Bilder klicken für eine Ansicht in voller Grösse :

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Russische Sauna – Banja Die Russische Sauna ist im etwas längeren und intensiveren Winter Überlebenselixier für viele Menschen. In Almaty gibt es einen grossen Sauna Komplex, direkt am Panfilovpark. Arasan heisst dieser, mit einer grossen Kuppel und das ganze Angebot ist auf zwei Stockwerke verteilt. Wobei die beiden Stockwerke identisch sind. Zweimal Russische Banja und zweimal finnische.

Zuerst holt man sich im Erdgeschoss die Tickets an einem richtig sowjetischen Schalter. Die Angestellte dort hat leichte Schwierigkeiten das russische Wort für Badelatschen und Abtrocknungstuch auseinanderzuhalten. Mit dem Ticket in der Hand geht es nochmals hinaus, wo viele Händler ‚Schlagwerkzeuge‘ aus Eichenlaub zusammengewickelt verkaufen. Den Zweck dieser Werkzeuge beschreibe ich im Folgenden noch.

Der Einlassbefugte schaut peinlichst auf die Uhrzeit und nur zu gewissen Zeiten werden die Besucher eingelassen. Mit Winterschuhen und Mantel durchquert man die Eingangshalle wo die Männliche Kundschaft zur Hälfte schon entblösst auf Diwanen oder Stühlen sitzt. Die Kleider im Schliessfach verstaut macht man sich auf mit Handtuch bewaffnet unter die Dusche, da ist die Luft schon Banjaduft getränkt. Nach Eiche und ätherischen Ölen riecht alles.

Jetzt hat man die Qual der Wahl entweder zur Russischen Banja oder in die Finnische. Besser mit dem Leichteren beginnen. Mit der Finnischen. Wie gewohnt Ofen und Holzbänke. Temperaturen zwischen 80 und 90 °. Die Schweissbäche beginnen zu rinnen und sie werden dies tun, bis man sich erhebt und über die Treppe ins Bassin schlendert. Alles im sowjetischen Betonbaustiel aber schön dekoriert. Eine grosse Kuppelhalle. Rundes Bassin mit einem Durchmesser von ca.20 Metern. Rundherum Sitzbänke – da sitzen die Kunden während der Saunapause. Dutzende von oft sehr wohlbeleibten Männern sitzen nackt oder mit Badetuch bedeckt herum, diskutieren, debattieren oder relaxen einfach nur.

Die Russische Banja verschlägt einem bald den Atem. Auch etwas über 80 ° aber feuchte Luft. Immer wieder kommt ein Angestellter und wirft mit einer grossen Kelle Wasser in den Ofen. Heisse Dampfwolken stürzen sich auf einen und verbrennen fast die Ohrläppchen. Der Spass an der ganzen Sache sind die zu anfangs erwähnten Eichenlaubwerkzeuge. Nun kommen sie zum Einsatz. Entweder selber oder gegenseitig schlägt man sich den Körper mit diesen ab. Das bringt den Kreislauf so richtig zum zirkulieren!lektronisches Postfach geliefert.

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Bei sensationellem Wetter machten wir uns gestern mit dem Bus Nr. 6 auf Richtung Medeo. In den Bergen oberhalb Almatys gibt es einen grossen Wintersportkomplex. Medeo und Chimbulak. Das höchstgelegene Eisstadion der Welt, und einen Wintersportort Chimbulak mit vielen Skiliften, Hotel und Ferienhäusern.

Etwas vor Medeo machten wir uns um neun Uhr morgens an den Aufstieg Richtung Kumbel Tau, dies ist der Hausberg Almatys. Der nächstgelegene 3000er. Die Wanderung ist nicht anstrengend und da jetzt schon etwa zehn Zentimeter Schnee liegen ist das umliegende Bergpanorama des Tian Schan wunderbar zu sehen.

Die Fernsicht reichte gestern mit über 120 Kilometern gar bis fast an die chinesische Grenze. Nach zwei Stunden leichtem Aufstieg erreichten wir ein Plateau mit guter Sicht über ganz Almaty, welches schon etwa s im Smog versinkt. Aber auf den Fotos ist die wunderbare Lage dieser Stadt immer noch zu erkennen. Dort angekommen verpflegten wir uns und liessen eine Besteigung des Kumbels wegen ungenügender Schneeausrüstung sein.

Um die Fotos in Originalgrösse ansehen zu können einfach ein Thumbnail anklicken, dann kann man mit ‚next‘ und ‚prev‘ weiternavigieren.

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Es ist unglaublich aber wahr – in Kasachstan braucht es für alles, aber auch wirklich alles einen Stempel. Da verdienen die Hersteller der begehrten Stempel gutes Geld. Der Stempel kommt auf jedes amtliche Dokument. Auf jedes Zertifikat und jede abgebuchte Rechnung. Bisweilen kommt es auch vor, dass auf einem einzigen Papier bis zu drei Stempel aufgesetzt werden.

Ich selber bin damit auch schon oft in Berührung gekommen und habe es akzeptiert, als notwendiges aber wenig sinnvolles Übel (wenig sinnvoll mit Ausnahme derjenigen, die daran Geld verdienen).

Meistens sind sie blau und rund, haben einen Durchmesser von 3-4 Zentimerter. Sehr beliebt ist bei allen offiziellen Ämtern der Stempel mit dem kasachischen Nationalemblem, dem Adler.

Was genau aber der Sinn dieses Stempel-Fetischismus ist bleibt für mich noch unklar. Eventuell stammt die Tradition aus der Zeit der Sowjetunion, aus der Vollbeschäftigung. Da war vermutlich „Stempler” ein eigenständiger Beruf, es gab vielleicht auch Stempelreparierer und Stempelkissenaustauscher…