Auf dem Hügel oberhalb des neu errichteten Marriot Hotels und Bürokomplexes werden im 2011 die Skispringwettbewerbe ausgetragen. Es wird aktuell die Skisprungschanze renoviert und eine grosse Tribüne gebaut. Tatsächlich ist es nicht einfach, sich vorzustellen, dass in wenigen Jahren da alles einem Standard für einen Grossanlass entspricht. Hier ein Foto mit Sicht auf die Baustelle und die neue Skyline von Almaty. Der Hintergrund ist etwas grau, was aber ausnahmsweise kein Smog ist. Im Sommer windets aus der Steppe Staub in die Stadt.

Bitte auf das Foto klicken für eine Ansicht in Originalgrösse. Quellenangaben: Das Foto hat Bernd Hrdy gemacht.

Gestern gemacht – die Fotos von Plattenbauten am Stadtrand von Almaty

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Heute bin ich soweit in die Höhe gekommen, dass ich anschliessend leichte Kopfschmerzen hatte. Am Morgen mit dem Bus Nr. 6 nach Medeo gefahren, dann nach Chimbulak gewandert. Das Ziel war schon vorher klar, ich wollte die Gletscher in den 4000ern sehen. Zufällig brauchte ein Bergführer noch etwas mehr Leute, zu viert machten wir uns im Rover auf, ans Ende der Strasse. Von da an begann beim Denkmal für die verstorbenen Alpinisten die Tour. Alexander der Bergführer erzählte von den Bergen, seinen drei Jahren im Tibet als Elektrotechniker, ausgesandt von der damaligen CCCP. Es wurde langsam heisser, zum Glück konnten wir uns immer an den frischen Quellen etwas abkühlen. Die Baumgrenze war rasch überschritten, dann gings auf einer Strasse zum Hochwasserdamm. 1963 verwüstete eine Schlammlawine viele Häuser in Almaty. Die Überreste eines Panzers sind an der Baustelle noch zu sehen. Dieser musste den Zement transportieren. Weil damals die Motoren noch nicht gut genug waren um auf 3100 Metern zu arbeiten.

Wir mussten nun noch eineinhalb Stunden steil bergaufgehen, dann war das ganze Massiv der Viertausender des Alatau zu sehen. Wunderschöne Berge, deren Namen uns Alexander alle bekannt gab. Neben ‘Lokomotive’ und ‘Pik Abai’ gefiel mir am besten der ‘Pik Partisan’ eine kleine Spitze die aus einem Schneefeld herausragt. Wir wanderten den Seitenmoränen entlang bis zur Gletscherzunge, von da aus sahen wir direkt auf den 4400 Meter hohen Pik Tujiksu.

Hier die Fotos der Wanderung:

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Ja, es gibt in Kasachstan auch Trolleybus und andere öffentliche Verkehrsmittel, neben den Luxuskarossen, die sonst meistens die Strassen verstopfen. Die Trolleybusse sind oft in einem erbärmlichen Zustand, verfügen seit Anfang Jahr aber über einen Ticketautomaten, der die Fahrgeldeintreiber, die sonst für jeden Buss üblich sind überflüssig gemacht hat. Auf folgendem Foto sieht man ein Trolleybus Lager:

Vor wenigen Tagen habe ich zum ersten Mal eine Tramfahrt in Almaty gewagt. Bis zur Endstation mit dem Tram Nr.6 bin ich gefahren. Dort in der Nähe befindet sich eine Kunsthochschule und auch die grösste Psychiatrische Klinik der Stadt. Es war amüsant, die ganzen Deutschen Piktogramme im Tram zu sehen, selbiges stammt aus Potsdam, der Ehemaligen DDR. Der folgende spaziergang in einer Neubagegend war interessant, zuerst bei der Tram – Endstation viele Plattenbauten mittlerer Qualität, dann die gewohnte grossräumigen Metallabschirmungen der durch Spekulation verkauften Stadtflächen, die haben oft Kantenlängen von mehreren hundert Metern, bis Kilometern. Die nächste Station war das Megacenter inmitten der imposanten Megatower, da ass ich eine Bratwurst bei ‘Bratfritzen’, einem Deutschen Unternehmen. Wenige dutzend Meter neben dieser gigantischen Überbauung fand ich wieder eine Menge Abrisshäuser, inmitten grosser stinkender Müllberge. Diesmal musste sogar ich meinen Hemdkragen vor die Nase halten.

Aus den Eindrücken machte ich folgenden Kurzfilm:

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Obschon ich bald ein Jahr in Almaty lebe fallen mir die Verhältnisse auf den Strassen noch immer auf. Das Erste ist, dass verhältnismässig viel zu viel Autos der obersten Preisklasse herumfahren. Hummer H2, Lexus, Mercedes M-Klasse und alle anderen Geländewagen. Sie sind meistens blitzblank gereinigt.

Wenn man sich mit dem Durchnittsbürger unterhält, oder sich in ein normales Taxi setzt schütteln die meisten nur mit dem Kopf, wenn man fragt, wie so etwas möglich, ist, dass soviele teure Autos herumfahren. Erklärungen muss man vermutlich nicht zu weit suchen. Neben der Ersten, auf die ich vermutlich nicht einzugehen brauche ist das Auto das Statussymbol. Ich habe oft junge Männer gesehen, in eher ärmlichen Gegenden der Stadt, die ihre ganze Zeit mit ihrem Mercedes vor dem Haus verbracht haben, ihn gewaschen und gepflegt haben. Dahinter ein winziges Häuschen, beinahe nicht grösser als das Auto. Oft werden auch Kredite aufgenommen, die mehrere Jahre Laufzeit haben. Im Gegensatz dazu hat ein Job in Kasachstan nicht mal in der Chefetage mehrere Jahre Laufzeit.

Zur Risikobereitschaft: Es wird oft mit völlig überhöhter Geschwindigkeit gefahren, die Lenker beherrschen ihr Auto schlecht und schauen nicht voraus. Die Situation hat sich für die Fussgänger in der letzten Zeit etwas verbessert und ich habe noch nie direkt einen Unfall mit ienem Fussgänger beobachtet. Im Gegensatz zu Blechschäden, die ich jeden Tag zu Hauf sehe.

Ich denke gewisse Dinge werden sich ändern, der Sprit verteuert sich auch hier und die Kontrolle der unterbezahlten Polizisten wird besser. Jeder der nicht angegurtet ist kann mit einer Strafe rechnen.