Am kommenden 11. März wird in einer Volksabstimmung über eine Einheitskrankenkasse abgestimmt.

Das finde ich eine super Idee und ich denke es wäre schon längst nötig gewesen, sowas einzuführen. Selber habe ich mich mit der Materie (Initiativen Text) zu wenig auseinandergesetzt. Aber schon letzten Herbst als es wieder einmal Zeit wurde die Krankenkasse zu wechseln. –>wer aber macht das schon?- störte ich mich stark an diesem unglaublichen Werbungswetteifern um neue Kunden, in Form von Plakaten und TV-Spots.

Mit den Mitgliederbeiträgen der Versicherten werden millionenterure Werbekampagnen gestartet, welche meiner Meinung nach sowieso daneben sind (Die Beispiele einer der grössten Krankenkasse, welche mit Plüschbärchen geworben hat, denen das Ohr mit einem Verband verbunden war). Eigentlich aber sollten die Beiträge dazu verwendet werden, Menschen bei ihrer Genesung zu unterstützen.

Hier die  acht grössten Krankenversicherer der Schweiz in Logos und der Grösse nach angeordnet:

helsana.gif    css.jpg     group_mutuel.png    swica.jpg  concordia.jpg     visana.gif     logo_assura.gif    sanitas_logo_website.gif

Aktuell gibt es in der Schweiz 87 Krankenkassen, welche ja gwissermassen in einem Pseudowettbewerb stehen. Jeder Schweizer und jede Schweizerin muss ja in einer Krankenkasse Grundversichert sein und Unterschiedliche Angebote können bei den Zusatzversicherungen gemacht werden.

Bei einer Einheitskasse würde also nicht nur das Grundangebot übersichtlich und leicht verständlich, sondern der gesamte bürokratische Apparat der 87 Kassen würden verschwinden und sich auf eine grosse Kasse konzentrieren.

Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, einen solchen Versuch zu starten und damit auch die Kosten im Gesundheitswesen etwas in den Griff zu bekommen!

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11 Kommentare
  1. Renato
    Renato sagte:

    Dann wäre ich auch noch für einen Einheits-Internet-Provider, Einheits-Telefonanbieter, Einheits-Einkaufsladen nur eine Stadt in der Schweiz und, und, und… Stellt Euch vor. Kaum mehr Werbung und sooooo tiefe Verwaltungskosten. Einfach genial! Ok, es gibt halt ein paar tausend Arbeitslose, der Wettbewerb ist im Arsch, aber sonst prima!

  2. gebsn
    gebsn sagte:

    @Renato: Nicht wirklich zu vergleichen, denn die Krankenkasse ist erstens obligatorisch und zweitens ist auch der Gesundheitsbereich nur beschränkt mit Telefonanbieter und Supermärkten zu vergleichen (wer hat schon mal aus Preisgründen den Arzt gewechselt oder eine Behandlung abgelehnt und woanderes durchführen lassen?).

  3. rafael
    rafael sagte:

    Ich finde die Argumentation von Renato auch etwas bedürftig. Und die Spekulationen, dass eine Einheitskasse Arbeitsplätze kostet finde ich soweit gerechtfertigt, es ist aber eine Spekulation. Ich persönlich bin sonst auch für Wettbewer. Aber im Gesundheitswesen scheint sich jeder ein grosses Stück vom Kuchen abzuschneiden, auf Kosten der Leidenden. Das kann so nicht weitergehen und ich als Prämienzahler möchte da rasant eine Änderung sehen und diese soll nicht mehr aus jährich steigenden Beiträgen bestehen!

  4. lupe
    lupe sagte:

    87 Kassen, 87 Verwaltungsräte, Hundertschaften von Managern haben es nicht gebracht. Durch die Einheitskasse können all die Manager- und Verwaltungsratssaläre sowie die Millionen, die zur Abwerbung von Kunden aufgewendet wurden, eingespart werden. auch ich stimme darum Ja zur Einheitskrankenkasse.

    Daran hindern mich auch nicht die 87 Kassen, die nun – oh Wunder – bereits im Januar (zwei Monate vor der Abstimmung – welch ein Zufall) zu glauben wissen, dass die Prämien im Dezember (Hellseher müsste man sein) nur 1-2 Prozent steigen werden. Auch nicht comparis, jenen Internetdienstanbieter, der durch die Einheitskasse am meisten verliert, und nun plötzlich ein Berechnungsmodell für die Einheitskasse hat, das den Mittelstand als Verlierer taxiert. Doch – wie zu erwarten war, das berechnungsmodell wurde vom krankenkassenverband santésuisse, erbitterter gegner der Einheitskasse, erfunden. kaum glaubwürdig also.

  5. ZAF
    ZAF sagte:

    Sowas wäre auch für Deutschland sinnvoll. Einheitskasse mit einem Minimum an Verwaltungswasserkopf. Die Vorstandsstellen sollte man dann lieber in viele Servicestellen umwandeln mit Mitarbeitern mit entsprechender Entscheidungsbefugnis, damit einem zumindest kafkaeske Bürokratieerlebnisse erspart bleiben, die man heute bei einer der rund 250 deutschen Krankenkassen erleben kann.

  6. Daniel
    Daniel sagte:

    Ich finde es absolut skandalös, dass Bundesrat Couchepin solche demagogische Reden über die Einheitskasse loslässt. Da er zur “Groupe Mutuelle” enge Beziehungen hat, ist sein Verhalten verständlich, aber eines Bundesrates nicht würdig. Meines Erachtens nach ist dies ein Interessekonflikt.
    Es wäre durchaus möglich gewesen eine Arbeitsgruppe zu beauftragen, ein Gegenprojet auszuarbeiten, das etwas mehr Gerechtikeit und Transparenz im Krankenkassenchaos erzeugt hätte.
    Wieso nicht das Modell der SOZIALVERSICHERUNG OESTERREICH als Vorbild wählen und eventuell zu verbessern? Die Prämien sind gemäss dem Einkommen berechnet und ziemlich tiefer besonders für die Mittelklasse. – Dies geht natürlich nicht! Wir Schweizer sind doch viel gescheiter als die anderen und darum können wir ja nicht etwas Gutes von einem anderen Land annehen.
    Die 87 Kassen bilden ein Kartell, von Konkurrenz absolut keine Spur.

  7. Renato
    Renato sagte:

    Ok, vielleicht war ich etwas zu scharf mit meinem Kommentar. Ich finde das ganze einfach mysteriös. Was nach einem “Ja” wirklich geschieht weiss niemand. Was passiert dann genau? Wie hoch werden dann die Beiträge? Und leider sehe ich immer noch nicht wieso der Markt hier nicht spielen soll? Brauchen wir dann einen Einheitskleiderladen? Denn Kleider müssen wir tragen! Warum wollen wir den Strommarkt öffnen? Strom brauchen wir! Ich weiss nicht, bin ich der einzige der hier nicht durchblickt?

  8. rafael
    rafael sagte:

    @Renato: So scharf warst du nun auch wieder nicht! Ich finde das gut, dass du etwas in Frage stellst. Es scheint ja sowieso im Vorherein klar, dass man nicht gegen die Vereinigten Kassen ankommt, in dieser Form einer Abstimmung. Wenn aber alle Leistungen über eine Kasse laufen, gibt es automatisch weniger Missbrauch. Die Krankenkassen würden nicht mehr Millionen für Werbung ausgeben und das Geld könnte nicht mehr in sovielen unterschiedlichen Verwaltungsräten zum Aktienspiel missbraucht werden. Wie ich das sehe sind auch dermassen viele Interessen (Wie Couchepain mit Mutuel) und Comparis mit dem Vergleichsdienst involviert, dass überhaupt kein Umdenken gewünscht wird.
    Schlimm wird das ganze erst recht, wenn die SVP auf diese Abstimmung kontert. Sie wünschen ja eine Prämienverbilligungsinitiative. Das heisst konkret,wenn man nicht bei den Vrwaltungsräten und Werbeausgaben sparen möchte werden garantiert weitere Leistunge aus dem Grundkatalog gestrichen. Und ich bin mir zu 99% sicher, dass es dieses Mal um das Streichen der Leistungen in Bezug auf die Psychotherapie gehen wird.

  9. Christian
    Christian sagte:

    Als Schwede in der Schweiz bin ich sehr überrascht wie naiv man die Krankenpflege in Skandinavien betrachtet: Gute Qualität + tiefe Kosten. Das scheint einfach völlig kritiklos geschluckt zu werden. Ich kann zugeben, die Kosten sind tief und Behandlungsqualität ist hoch ABER und jetzt kommt das was in den Schweizermedien systematisch wegzensuriert wird: Rationierung und willkürliche Auswahl. Beispiel: ich suche im web die schwedische Wörter für Krankenpflege, Schlange und Krebs und kriege 11200 Hits.
    Google Search_1
    Natürlich gibt es auch in der Schweiz schlangenbildung aber es ist absolut nicht vergleichbar.
    Desselbe suche bringt 22 Hits:
    Google Search_2

    Die Kosten sind in Schweden tatsächlich tief und das hat einen einfachen Grund und es ist nicht Qualität sondern Quantität:
    “Healthcare in Sweden”
    Swedishnewsblog

  10. Mac
    Mac sagte:

    :mrgreen: seit wann arbeiten Beamte (Einheitskasse) günstiger und schneller????? Wir hätten dann 10’000 neue Beamte. Super Idee!
    Also NEIN zu solch einer Snapsidee!

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